Jena: Der vergessene Vorplatz

Jena  Trauriges Saalbahnhof-Areal. Brunnen als Born der Neugestaltung?

Arbeit des Verpackungskünstlers Christo? Nein: Als „Übergangslösung“ bleibt der Anbau des Jenawohnen-Hochhauses beim Saalbahnhof verhüllt.

Arbeit des Verpackungskünstlers Christo? Nein: Als „Übergangslösung“ bleibt der Anbau des Jenawohnen-Hochhauses beim Saalbahnhof verhüllt.

Foto: Thomas Stridde

Das Saalbahnhof-Umfeld! Ist das vergessenes Land? Bemerkenswert an dieser Frage unserer Leserin Mechthild Mindner ist, dass die Zeitung das traurige Umfeld des einstigen Fernbahnhofs zuletzt vor zwei Jahren zur Sprache gebracht und sich bis heute nichts verändert hat. Beispiel: der mit Planen verhängte Anbau beim sanierten Jenawohnen-Hochhaus „Spitze 20“. Jenawohnen-Chef Tobias Wolfrum sagte gestern: Sein Unternehmen habe aktuell etwa mit Blick auf die nahende Inselplatz-Bebauung andere Schwerpunkte gesetzt. Das betreffe zum Beispiel die Gestaltung der östlichen Saalstraße mit Um- und Neunutzung eigener Immobilien, um die Innenstadt gemäß künftiger neuer Fußgängerströme besser an den Inselplatz anzuschließen. Gerate die Gestaltung des Saalbahnhof-Platzes in Bewegung, bleibe Jenawohnen aber nicht tatenlos.

Im Anbau befinden sich als „Übergangslösung“ ein „gut genutzter“ Fahrrad-Abstellraum und ein Lager für Möbel, die gespendet wurden oder Wohnungsauflösungen entstammen, sagte Sprecher Gunnar Poschmann. „Das ist eine gute und sinnstiftende Verwendung des Anbaus.“ Wer Möbel sucht oder loswerden will: Telefon (03641) 884 449.

Nord-Ortsteilbürgermeister Christoph Vietze hat das Thema Saalbahnhof in sein Wahlprogramm zur Ortsteilbürgermeister-Neuwahl am 26. Mai aufgenommen. Die Gestaltung des Platzes sei eine Gesamtaufgabe, in die auch der Besitzer des „Kulturbahnhofs“ – wie der Bahn-Halt heute heißt – einbezogen gehöre. Vietze hat im Blick, dass sich die Zahl anwohnender Studenten mit einem weiteren Wohnheimbau und dessen 150 Wohnungen an der Ecke Clara-Zetkin-Straße/Spitzweidenweg noch erhöhen wird. Gut kann er sich deshalb vorstellen, dass der zu DDR-Zeiten auf dem Eichplatz integrierte Orchideenbrunnen das Kernstück eines neuen „Aufenthaltsraumes“ am Saalbahnhof wird.