Jena: Doppelgrab und Sinnbild einer großen Liebe

Jena  Neue Reihe zu Geschichte in Geschichten: Jenaer Autorin Verena Paul-Zinserling verfolgt die Spur der Marianne von Bissing.

Marianne von Bissing

Marianne von Bissing

Foto: red

Geschichte lässt sich immer am besten in Geschichten erzählen. Am wirksamsten wohl verknüpft mit menschlichen Schicksalen. Ganz in diesem Sinne hat der in Bucha beheimatete quartus-Verlag eine neue Buchreihe auf den Markt gebracht, die den Untertitel „Geschichte in Geschichten“ trägt und von dem renommierten Jenaer Autor und Herausgeber Jens-Fietje Dwars betreut wird.

Das erste Bändchen dazu liegt inzwischen mit dem Titel „Marianne“ im Buchhandel bereit. Es greift eine sehr menschliche Story auf und geht den Hintergründen des bei Rödigen auf den Schlachtfeldern von 1806 befindlichen Bissing-Denkmals nach. Die Autorin Verena Paul-Zinserling beleuchtet, wie es zu jenem Denkmal gekommen ist und schildert dabei eine große Liebe. Es ist die Liebe zwischen Marianne von Bissing und ihrem Ehemann Freiherr August Wilhelm von Bissing. Er war als Offizier der preußisch-sächsischen Armee in der Schlacht vom 14. Oktober 1806 genau an diesem Ort bei Rödigen gefallen. 33 Jahre ist er damals gewesen und ließ seine 27-jährige Marianne mit den beiden Kindern allein zurück.

Doch die Liebe hielt ein Leben lang. Die schlesische Landadlige Marianne wollte immer ein Denkmal haben am Todesort ihres geliebten Mannes. Es sollte das Grab für beide werden, aber erst 52 Jahre nach dem Tod von August Wilhelm. Immer wieder, so schreibt die Autorin, habe Marianne die Errichtung des von ihr erdachten Denkmals hinausgeschoben – bis offenbar ihre Kräfte versagten und sie 79-jährig auf der Reise von Schlesien nach Jena in Riesa starb. Sie wollte zur Einweihung des Denkmals bei Rödigen fahren. Die Familie brachte den Leichnam dennoch zum Denkmal auf die Schlachtfelder von Jena. Und so wurde sie mit militärischen Ehren neben ihrem Mann dort beigesetzt. Das Bissing-Denkmal wurde damit zum Doppelgrab.

Es ist ein erstaunliches Grabmal, wie Jens-Fietje Dwars betont. Es enthält keine religiösen Bezüge. Nur Hut, Mantel und Degen des Offiziers und die verschlungenen Hände der Liebenden seien dargestellt. Am Sockel ist ein Spruch des Dichters Ludwig Uhland zu lesen.

„Marianne“, quartus-Verlag Bucha, ISBN 978-3-947646-01-2

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