Jena-Lobeda: Gegen die Idee, eine Bücherei zu schließen

Jena.  Widerstand gibt es gegen Pläne der Stadt, bei der Stadtteilbibliothek Neulobeda den Rotstift anzusetzen.

Bücher in der Ernst-Abbe-Bücherei in Jena.

Bücher in der Ernst-Abbe-Bücherei in Jena.

Foto: Peter Michaelis

Kulturförderer protestieren in einem Schreiben gegen die im Haushaltssicherungskonzept genannte Option der Schließung der Stadtteilbibliothek Neulobeda.

Sie sei in dem mit 23.000 Einwohnern größten Stadtteil die Zentrale der kulturellen Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen; mit allen Lobedaer Kindergärten und Schulen werde eng kooperiert. 30.757 Medien in jenem Haus – das seien 22 Prozent des Gesamtbestandes der Ernst-Abbe-Bücherei (EAB). 2019 seien dort 166.485 Entleihungen erfasst worden: 25 Prozent aller Entleihungen der EAB.

Das könne die Hauptbibliothek nicht ausgleichen. Im vergangenen Jahr hätten an 77 Veranstaltungen 1580 Personen teilgenommen, darunter 1342 Kinder.

Offene Petition auf den Weg gebracht

Die Kulturförderer fordern vom Stadtrat ein Veto gegen die Schließung und laden die Bürgerschaft ein, sich dem Protest anzuschließen unter https://www.openpetition.de/eablobeda .

Erstunterzeichner sind die ehemalige EAB-Leiterin Annette Kasper, Ortsteilbürgermeister Volker Blumentritt, Lesehallen-Vereinsvorsitzender Dietmar Ebert, Stellvertreterin Angela Schubert, der Ehrenvorsitzende des Lese-Zeichen e.V. Martin Straub, Kulturausschuss-Chef Jörg Vogel, Matias Mieth (Heinrich-Böll-Stiftung), Schriftstellerin Marion Brasch, Schriftsteller Ingo Schulze als FSU-Absolvent und Liedermacher Hans-Eckardt Wenzel.