Jenaer Chirurgen entfernen 15-Zentimeter-Tumor am Herzen

Jena.  Ein sehr seltener und gefährlicher Tumor hatte sich bei Christian Hauth am Herzen gebildet. Auch für die Chirurgen am Universitätsklinikum Jena eine Herausforderung.

Christian Hauth mit seinem Operateur Tim Sandhaus, Leiter der Thoraxchirurgie am Universitätsklinikum Jena.

Christian Hauth mit seinem Operateur Tim Sandhaus, Leiter der Thoraxchirurgie am Universitätsklinikum Jena.

Foto: UKJ / : UKJ

Christian Hauth kann heute wieder in die Kamera lächeln. Das ist für ihn nicht selbstverständlich, denn ein sehr seltener und gefährlicher Tumor hatte sich bei ihm am Herzen gebildet und war auf 15 Zentimeter Größe angewachsen.

„Tumoren dieser Größe sehen wir selten.“

Auch für die Chirurgen der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie am Universitätsklinikum Jena (UKJ) sei das eine Herausforderung gewesen. „Tumoren dieser Größe sehen wir selten. Da er genau zwischen Herz und Lunge lag und breitflächig Kontakt zum Herzmuskel hatte, war bei der komplexen Operation noch mehr Präzision und Fingerspitzengefühl gefragt“, wird Herz- und Thoraxchirurg Tim Sandhaus in einer Pressemitteilung des Uniklinikum zitiert.

Leidensgeschichte 51-Jährigen begann 1991

Gemeinsam mit seinem sechsköpfigen Team gelang es ihm, den Tumor vollständig und ohne Komplikationen zu entfernen. Die Leidensgeschichte des heute 51-jährigen Patienten aus Bad Blankenburg begann bereits 1991. Ein sogenanntes embryonales Rhabdoymyosarkom, ein extrem seltener und bösartiger Tumor des Muskelgewebes, wurde damals in der Kniekehle diagnostiziert, wodurch er sein linkes Bein verlor. Nun, fast 30 Jahre später, trat der Tumor erneut und diesmal genau zwischen Herz und Lunge auf. Im Juli 2020 konnte die Operation durchgeführt werden. Dabei fiel Sandhaus, Leiter der Thoraxchirurgie am UKJ, auf, dass der Tumor vor allem von den Herzkranzarterien mit Blut versorgt wurde, was ein Risiko für den Eingriff darstellte.

Christian Hauth hat sich gut vom Eingriff erholt

„Die Gefahr eines tödlichen Herzinfarktes schwebte über der OP. Während des dreistündigen Eingriffs konnte der Tumor aber komplett im Gesunden entfernt werden und die vordere Herzkranzarterie konnten wir verschonen“, erzählt Sandhaus.

Torsten Doenst, Direktor der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie, betont, wie wichtig die operative Erfahrung für den Erfolg bei einer derartigen Operation ist. „Patienten wie Christian Hauth sind an universitären Zentren mit gleichzeitiger herz- und thoraxchirurgischer Expertise bestens aufgehoben. “

Christian Hauth hat sich mittlerweile gut von dem Eingriff erholt, sodass er und seine Familie wieder optimistisch in die Zukunft blicken können.

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