Jenaer in Winzerla zufriedener als im Zentrum

Franz Hempel
| Lesedauer: 3 Minuten
Im Podium über die Wohnzufriedenheit der Jenaer sprachen Tobias Wolfrum (von links) und Iris Hippauf als Vertreter der beiden großen Jenaer Wohnungsunternehmen - daneben Bürgermeister Christian Gerlitz (SPD), Astrid Horbank vom Stadtteilbüro Jena-Lobeda und Moderator Thorsten Büker.

Im Podium über die Wohnzufriedenheit der Jenaer sprachen Tobias Wolfrum (von links) und Iris Hippauf als Vertreter der beiden großen Jenaer Wohnungsunternehmen - daneben Bürgermeister Christian Gerlitz (SPD), Astrid Horbank vom Stadtteilbüro Jena-Lobeda und Moderator Thorsten Büker.

Foto: Franz Hempel

Jena.  Befragung „Wohnzufriedenheit in Jena“ ist ausgewertet. Wenig Veränderungen zu 2017

Die Ergebnisse der Befragung „Wohnen in Jena“ liegen vor und wurden am Dienstag im Volkshaus vorgestellt. Für viele überraschend war, dass die Jenaer lieber in Winzerla als in Lobeda oder dem Stadtgebiet Zentrum/West wohnen.

Die Befragung wurde im Sommer dieses Jahres durch das Stadtplanungsbüro Timourou begleitet. „30 Prozent der 7000 verschickten Fragebögen kamen zurück und waren auswertbar“, freute sich Tobias Jacobs von Timourou. Der Rücklauf repräsentiere die Einwohnerinnen und Einwohner Jenas gut, mit drei Einschränkungen. Senioren und in Eigentum Wohnende nahmen übermäßig oft teil. Dafür seien Ein-Personen-Haushalte und Migrantinnen und Migranten unterrepräsentiert. Die letzte Befragung dieser Art fand 2017 statt.

Das Positive zuerst: Neunzig Prozent der Befragten leben gerne oder sehr gerne in Jena. Es gebe aber Unterschiede nach Stadtgebieten. Im Gebiet Ost mit 94 Prozent und den Ortschaften mit 92 Prozent leben die Jenaer am liebsten. Den Schluss bilden Lobeda mit 84 Prozent und das Gebiet West/Zentrum mit 88 Prozent. „Im Vergleich mit anderen Städten steht Jena exzellent dar“, sagte Bürgermeister und Stadtentwicklungsdezernent Christian Gerlitz (SPD) in der an die Vorstellung angeschlossenen Podiumsdiskussion am Dienstagabend.

Lobedaer mehrheitlich zufrieden

„Auch in Lobeda ist die Mehrheit zufrieden“, bestätigte Astrid Horbank vom Stadtteilbüro Jena-Lobeda. Sie finde es nicht gut, wenn Lobeda schlecht geredet werde. „Es ist ein Fakt, dass die Einkommen der Lobedaer im Schnitt geringer sind als in den anderen Stadtgebieten, dafür sind aber auch die Mieten niedriger“, sagte Horbank. Ein Grund für die geringere Zufriedenheit in Lobeda und dem Zentrum könne auch die weniger ausgeprägte Nachbarschaft sein.

Die Zufriedenheitswerte würden sich kaum von denen von 2017 unterscheiden. Moderator des Podiums war Thorsten Büker. Der Redaktionsleiter in Jena stellte die Frage, was denn dann seit 2017 unternommen worden sei. „Wohnungen sind ein langwieriges Geschäft“, antwortete Tobias Wolfrum. Jenawohnen habe ein Demenzzentrum und weitere Einrichtungen für ältere Menschen gebaut, um dem demografischen Wandel gerecht zu werden. „Auch die Versorgung mit Kindertagesstätten und Schulen ist gut“, sagte Astrid Horbank. Es brauche mehr Unterstützungsangebote.

Schwieriger Umzug

„Ältere Menschen wollen so lange wie möglich in ihrer Wohnung bleiben, auch wenn diese zu groß wird“, sagte Astrid Horbank. Zusammen mit dem Umstand, dass es durch den angespannten Mietmarkt keinen Leerstand in Jena gebe, wäre es schwer für junge Familien mit Kindern, die beispielsweise eine Vier-Raum-Wohnung suchen, diese zu finden. Ein Mann aus dem Publikum forderte, dass alte nicht gegen junge Menschen ausgespielt werden sollten. Um die Lebensleistung älterer Menschen zu würdigen, sollten sie unbehelligt in ihren großen Wohnungen leben.

Eine individuelle Beratung und auf Wunsch die Organisation des Umzugs in eine kleinere Wohnung für ältere Menschen sieht Wenigenjenas Ortsteilbürgermeisterin Rosa Maria Haschke (CDU) als erstrebenswert. „Natürlich muss sich der Umzug für älteren Menschen auch finanziell lohnen“, sagte Haschke. Sowohl Jenawohnen als auch die Wohngenossenschaft hätten dazu Beratungsangebote. Bei einem Umzug zu einem anderen Wohnungsunternehmen können die niedrigen Mieten allerdings nicht mitgenommen werden.

Ab Anfang Dezember sind die Ergebnisse auf www.planen-bauen.jena.de/de/wohnen einzusehen.