Jenaer Johannisstraße legt den Grauschleier ab

Jena.  Die Spezialkehrmaschine des Kommunalservice läuft auf hellen Platten zur Höchstform auf. Schön zu sehen war das am Mittwoch in der Johannisstraße.

Ein Mitarbeiter des Kommunalservice Jena bei der Spezialreinigung von Gehwegplatten und Stufen in der Johannisstraße.

Ein Mitarbeiter des Kommunalservice Jena bei der Spezialreinigung von Gehwegplatten und Stufen in der Johannisstraße.

Foto: Thomas Beier

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Einmal feucht durchwischen: Das gehört kurz vor Weihnachten zu den Pflichtaufgaben vieler Hausmänner- und frauen! Im Jenaer Stadtzentrum geschieht dies ganz planmäßig, und am Mittwochmorgen waren in der Johannisstraße erste saubere Ergebnisse zu sehen. Die Gehwegplatten sehen nicht mehr grauschwarz aus, sondern sie haben ein elegantes Hellgrau zurückbekommen. Saubere Arbeit!

Seit dem Jahre 2017 besitzt der Kommunalservice eine Spezialkehrmaschine zur Reinigung heller Flächen. Sie kann auch Ölspuren beseitigen. Zweimal im Jahr ist das Pflaster der Innenstadt dran. Bei der Spezialreinigung bringt die vorgespannte Waschlanze einen Druck von 200 bar auf den Boden. So lassen sich festsitzende Verschmutzungen lösen. Herkömmliche Kehrmaschinen peitschen das Wasser nicht so heftig auf die Straße.

Vereinzelt blieben gestern Weihnachtsmarktbesucher stehen, um die KSJ-Saubermänner zu beobachten. Wie so oft auch hier kritische Nachfragen: Kann es sein, dass mit der Häufigkeit der Hochdruckreinigung die Anfälligkeit für Verschmutzungen steigt? Die Zeitung reichte die Frage gleich mal an Joachim Weinsheimer in der KSJ-Zentrale weiter, der sagte: „Mit Sicherheit nicht“. Denn schon bei der allerersten Spezialreinigung der Johannisstraße sei der Vorher-Nachher-Unterschied enorm gewesen. Eine schmutzabweisende Imprägnierung, die bei der Hochdruckreinigung weggespült werden könnte, besitzen die Platten nicht.

Der mit dem Heißwasser gelöste Dreck wird sofort von der Straße gesaugt. Im Anschluss wird nachgespült, um den Restschleier zu entfernen. Besonders schön war die Farbveränderung an den Treppenstufen zur „Neuen Mitte“ anzusehen. Die bekamen ihren honiggelben Farbton zurück. Nichts ausrichten kann die Spezialreinigung im Übrigen bei Kaugummiresten. Diese brauchen eine noch speziellere Spezialreinigung, die mehr Handarbeit mit der Kaugummilanze erfordert. Zuletzt gab es hier eine Kaugummi-Offensive in der Grietgasse.

Der zusätzliche Aufwand hat ihren Preis. Dementsprechend gilt in den höheren Straßenreinigungsklassen auch eine höhere Gebühr. Dass die Johannisstraße so spät im Jahresverlauf drankommt, hat auch etwas mit der dort präsenten Außenbestuhlung zu tun. Wenn die Tische und Stühle nicht auf dem Gehweg stehen, geht die Reinigung leichter von der Hand.

Und wieso verlegt die Stadt überhaupt helle Gehwegplatten? Mit dunklen hätte man doch viel geringeren Reinigungsaufwand. Für diese mehr grundsätzliche Frage ist nicht der KSJ zuständig, sondern Politik und Verwaltung sind es. Und sie haben 2013 mit dem Jenaer Gestaltungshandbuch „formatio jenensis“ festgelegt, wie der öffentliche Raum auszusehen hat. Und demnach ist in der Altstadt eleganter Naturstein das Gehwegpflaster der Wahl.

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