Jenaer Klatsch: Gesammelt und aufgespießt

Über Radler, Liebe und schwarze Löcher

Ralph Fritsche (links) und Andreas Grabe fahren am Sonnabend, Start gegen 9 Uhr am Holzmarkt, per Rad nach Erfurt zur "Nicht mit uns"-Demo.

Ralph Fritsche (links) und Andreas Grabe fahren am Sonnabend, Start gegen 9 Uhr am Holzmarkt, per Rad nach Erfurt zur "Nicht mit uns"-Demo.

Foto: Thomas Stridde

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Auch böse Finger

Manche Radfahrer kommen selbst im Winter kaum noch aus dem Sattel. Beispiel Ralph Fritsche und Andreas Grabe. Die beiden Herren waren am Freitag in der Früh beteiligt am Jenaer Beitrag zu jenem Welttag, der für das Radfahren im Winter wirbt. Dabei hatten die Pedalritter auf der Karl-Liebknecht-Straße („Karli“) mit 1,50 Meter breiten Poolnudeln auf den Gepäckträgern die Einhaltung des Abstands zu den Rad-Angebotsstreifen angemahnt. Am Sonnabend würden sich Fritsche und Grabe freuen, schlössen sich ihnen – Start: 9 Uhr am Holzmarkt – weitere Radler an, um die 50 Kilometer bis Erfurt zu fahren und dort an der „Nicht mit uns“-Demo teilzunehmen.

Am Freitag auf der „Karli“ hätten im Übrigen einige Autofahrer auf die Poolnudel-Aktion unschön reagiert, sagte Ralph Fritsche. „Wir bekamen auch den Stinkefinger zu sehen.“

Habt euch mal besonders lieb

Keine Frage, Jenas Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) hat erstmals in seiner Zeit als Stadtoberhaupt eine amtliche Delle eingefangen. Auf vielen, vielen Kanälen bat er in den letzten Tagen um Entschuldigung für seinen Fehler, Parteifreund Thomas Kemmerich in einer Erklärung „hoch erfreut“ zur AfD-gelenkten Ministerpräsidentenwahl gratuliert zu haben. Aber kein Schaden ohne Nutzen: Es habe sich „gerade in dieser Zeit mit den sozialen Medien“ bei ihm die Erkenntnis verfestigt, „im Zweifel mal einen Tag zu warten“ mit Antworten, mit Reaktionen, sagte der OB vor Journalisten. Die „Delle“ war auch in seiner freitäglichen Videobotschaft (www.jena.de) nachempfindbar. Nitzsche riet am Valentinstag: „Haben Sie sich mal besonders lieb.“ Er selbst habe in dieser turbulenten Woche den Rückhalt seiner Familie gehabt. Ja, er könne sein Amt „nicht gut ausüben“, wenn er seine Familie nicht hinter sich hätte.

Kein schwarzes Loch

Es ist ein großes Thema der Menschheit: das schwarze Loch, in das man fallen kann beim Wechsel ins Rentnerdasein. Thomas Reinsch (65) konnte dazu in dieser Woche auf Nachfrage nichts bestätigen. Er war 2017 nach 37 Jahren als Hornist der Jenaer Philharmonie in den Ruhestand getreten. Doch habe er seither keine Zeit, auch nur nachzudenken über dieses schwarze Loch. Das könnte freilich mit seinem Unruhestand zu tun haben, hilft er doch seiner Frau beim Führen der Geschäfte des kleinen Hotels „VielHarmonie“ in der Bachstraße. „Als Selbstständiger zu arbeiten, das ist großartig.“ Obwohl nun schon die dritte Philharmonie-Spielzeit ohne ihn laufe, vermisse er nichts. „Alles hat seine Zeit.“

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