Jenaer Planetarium: Eintauchen in neue Welten

Jena  360-Grad-Filme ziehen beim Jenaer Fulldome-Festival eine weltweite Szene ins Zeiss-Planetarium.

Eine Sequenz des Fulldome-Festivals im Zeiss-Planetarium Jena des Jahres 2012. Zur 13. Auflage des Festivals in diesem Jahr werden 50 Künstler erwartet, die sich auf 360-Grad-Filme spezialisiert haben, die in Kuppelbauten projiziert werden.

Eine Sequenz des Fulldome-Festivals im Zeiss-Planetarium Jena des Jahres 2012. Zur 13. Auflage des Festivals in diesem Jahr werden 50 Künstler erwartet, die sich auf 360-Grad-Filme spezialisiert haben, die in Kuppelbauten projiziert werden.

Foto: Jördis Bachmann

„Von vielen wird das Planetarium noch immer nur als Sternwarte wahrgenommen“, sagt Robert Metzner, Technischer Leiter des 13. Jenaer Fulldome-Festivals. Längst habe das Zeiss-Planetarium sich jedoch zu einem „Multi-Media-Tempel“ entwickelt. Was Robert Metzner damit meint: Die Kuppel wird bei Filmemachern immer beliebter und verführt dazu, flache Kinoleinwände hinter sich zu lassen. Eine ganze Szene beschäftigt sich bereits damit, 360-Grad-Filme und Animationen auf Planetariums-Kuppeln zu projizieren.

Das Zeiss-Planetarium empfängt die Fulldome-Welt nun vom 22. bis zum 25. Mai zum 13. Male. Rund 50 Filmemacher haben sich bis dato angekündigt, darunter einige Studenten der Bauhaus-Universität Weimar.

Für die Freaks habe sich das Festival zu einem echten Magneten entwickelt, sagt Robert Metzner. „Wir sind weltweit sehr gut vernetzt, einige Gäste kommen sogar aus Australien und Kolumbien.“

Den Auftakt macht in diesem Jahr, passend zum Jubiläum, der „Cirque du Bauhaus“ – ein „immersives“ Musiktheater. Das Stichwort „immersiv“ fällt in der Szene immer wieder. Was für Laien abstrakt klinge, beschreibe schlicht das Eintauchen in völlig neue Welten, sagt Micky Remann, Gründer der Veranstaltung und Professor für Immersive Medien in Weimar. „Die Umgebung wird beim Fulldome ein Teil von mir.“

Weil das Festival anfänglich eine Plattform für studentische Arbeiten war, kommt ein großer Teil der Filme noch heute von Studenten der Bauhaus-Universität Weimar. Einige Arbeiten werden zudem vom Orchester der Weimarer Hochschule für Musik „Franz Liszt“ untermalt.

Einer der Höhepunkte des viertägigen Festivals ist diesmal die Verleihung der Janus-Awards. Eine Jury verleiht unter den gezeigten Werken acht solcher Preise, etwa für die besten studentischen Filme, Astronomie-Shows und Kurzfilme. Den Janus könne man innerhalb der Szene mit einem Oscar vergleichen, sagt Remann.

Das Festival sei allerdings keineswegs nur für Kenner, sagt Robert Metzner. Vielmehr solle die Veranstaltung die breite Bevölkerung ansprechen. „Noch ist Fulldome allerdings nicht in den Köpfen der Menschen angekommen.“

Metzner aber sieht in Fulldome die Zukunft. Er verweist auf Virtual-Reality-Brillen und gekrümmte Fernseher, die immer beliebter würden. 360-Grad-Filme seien viel näher an der Realität als ein Kinofilm. Ein weiteres Indiz: „Es gibt seit etwa fünf Jahren einen hohen Bedarf an Fulldome-Produzenten“, sagt Micky Remann.

Das Zeiss-Planetarium in Jena hat bereits zwei seiner ehemaligen Studenten aus Weimar eingestellt. Für Remann ein eindeutiges Zeichen, dass die Branche wachse und ihren Platz in der Filmwelt sichere.

Das Fulldome-Festival findet von Mittwoch, 22. Mai, bis Sonnabend, 25. Mai, im Zeiss-Planetarium statt. Karten sind online und je nach Verfügbarkeit an der Abendkasse erhältlich.