Jenaer Vereine für Radwegalternative am Goldbergtunnel

Die „Goldbergrampe“ vor der Einfahrt in den Tunnel unter der Stadtrodaer Straße. „Diese Verbindung zum Uniklinikum ist für den Radverkehr zu wichtig, als dass man eine unbefriedigende Umleitung anbieten könnte.“

Die „Goldbergrampe“ vor der Einfahrt in den Tunnel unter der Stadtrodaer Straße. „Diese Verbindung zum Uniklinikum ist für den Radverkehr zu wichtig, als dass man eine unbefriedigende Umleitung anbieten könnte.“

Foto: Albrethsen-Keck

Jena.  Offener Brief der Umweltverbände ADFC, Bund und VCD an den Stadtrat.

Drei Jenaer Umweltverbände wenden sich in einem offenen Brief an die Mitglieder des Stadtrates. Angesichts der Pläne für den sogenannten Goldbergtunnel unter der Stadtrodaer Straße fordern sie, diesen auf sechs Meter zu verbreitern.

Verfasser des Briefes sind der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), der Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund) sowie der Verkehrsclub Deutschland (VCD). Sie staunen über die Entscheidung des des Stadtentwicklungsausschusses, die während der Bauphase vorgeschlagene Radwegalternative parallel zur Stadtrodaer Straße abzulehnen. „Diese Verbindung zum Uniklinikum ist für den Radverkehr zu wichtig, als dass man eine unbefriedigende Umleitung anbieten könnte.“

Selbst über die Renovierungsphase hinaus wäre die 450 Meter lange Alternativstrecke ein Gewinn und könnte den Tunnel entlasten, da die steile S-Kurve am Ost- und die 90-Grad-Kurve am Westeingang des Tunnels umgangen werden könnten. Die extrem hohe Nutzerzahl rechtfertige das Angebot von zwei Varianten: Wartezeit an der Ampelquerung der Stadtrodaer Straße bei Lobeda-Altstadt mit bequemem Anschluss an die Goldbergrampe, versus keine Ampelquerung mit anspruchsvollerer Strecke durch den Tunnel.

Den wahren Grund für diese Ablehnung vermuten ADFC, Bund und VCD nicht in der gesteigerten Sorge um die Sicherheit der Fußgänger, sondern in der Tatsache, dass die Breite der Straße geringfügig reduziert werden müsse.

Die auf der Stadtrodaer Straße in diesem Abschnitt bereits bestehende Geschwindigkeitsbeschränkung auf 50 Stundenkilometern erlaube allerdings – wie die Stadtverwaltung bereits festgestellt habe – eine schmalere Fahrbahnbreite.

Die Verbände erinnerten auch an die Annahme des Radentscheids: Ausbau des Tunnels und eine dauerhafte Alternativstrecke seien das richtige Signal.