Jenaer Wachstum zum Jahresende

Jena.  Jena wächst, auch was die Zahl der Weihnachtsmärkte betrifft. Dabei ist weniger manchmal mehr. Das trifft auch aufs Bauen zu.

Thomas Beier,

Thomas Beier,

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Jena ist schon voll im Weihnachtsmodus, wie der Bürger an den gefühlt 20 Weihnachtsmärkten dieses Wochenendes sieht. Dieses Marktwachstum spricht vor allem für den Wunsch vieler Organisatoren, mehr Besinnlichkeit in die Bevölkerung zu tragen, wofür es im wachstumsgeladenen Jena offenbar ein Bedürfnis gibt. Dabei geht es längst nicht mehr nur um den großen Weihnachtsmarkt im Zentrum. Da sind überall Stadtteilweihnachtsmärkte und Märkte für besondere Interessengruppen. Wer wäre vor 20 Jahren schon zum Weihnachtsmarkt auf den Schottplatz gegangen oder gar ins Umspannwerk?

Und immer wichtiger wird der Weg zur Besinnlichkeit. Nicht einfach nur mit Glühwein am Boom stehen. Die Menschen wollen teilhaben, wollen sehen, wenn es ächzt im Stamm. Analog zum Maibaumsetzen kommt das Weihnachtsbaumsetzen schwer in Mode. Ist das der erste Schritt zum nachhaltigen Ganzjahresbaum?

Voller Vorfreude auf die ersten Mieter war Jenawohnen dieser Woche in den beiden neugebauten Häusern an der Neugasse und der Knebelstraße. Bei dem Bauvorhaben zeigte es sich wieder einmal, dass Projekte wie am Schnürchen laufen, wenn man etwas bescheidener an die Dinge herangeht. Eben nicht verdichtetes Bauen bis an die Schmerzgrenze betreibt oder bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Stadt ein Betonwürfel ist.

Böse Zungen behaupten, man könnte daraus ein Prinzip der Stadtentwicklung machen: In Phase 1 den Bürgern zunächst einen Aufreger vor die Nase halten. In Phase 2 diesen „großzügig“ fallen lassen, um in Phase 3 in Ruhe machen zu können. Auch das private Bauvorhaben am Steinweg 10 geht inzwischen erstaunlich ruhig über die Bühne. Dabei entsteht da als neues Stadttor ein sehr progressives Bürogebäude. Diese Woche wies ein Leser daraufhin, dass wegen der Bauabsperrungen Fußgänger keinen Platz mehr zum Laufen haben am Steinweg. Die Presse war vor Ort, als es plötzlich auf dem Bürgersteig noch dazu grau regnete. Jemand putzte mit dem Hochdruckreiniger das Obergeschoss, und meine Jacke sah aus wie ein Streuselkuchen. Köstlich dieses Jenaer Wachstum!

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