Jenaplan-Schüler in Berlin ausgezeichnet

Nachhaltigkeit kann mehr als nur ein Schlagwort sein. Schüler der Jenaplan-Schule beweisen das tagtäglich mit einer Schülerfirma, die seit zwei Jahren Geld zur Unterstützung einer Partnerschule in Nicaragua (Südamerika) erwirtschaftet.

Die Geschäftsführer Ole Breither, Max Oehler, die Mitarbeiter Anton Georg Ober, Agnes Theune-Hobbs, Lotta Bele-Günther und die Kunden Maxim Vorweg sowie Konrad Naumann (von links) in der Jenaplan-Schule. Foto: Lutz Prager

Die Geschäftsführer Ole Breither, Max Oehler, die Mitarbeiter Anton Georg Ober, Agnes Theune-Hobbs, Lotta Bele-Günther und die Kunden Maxim Vorweg sowie Konrad Naumann (von links) in der Jenaplan-Schule. Foto: Lutz Prager

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Jena. Die Einnahmen stammen vor allem aus einem Schülercafé, das in erster Linie fair gehandelte Produkte anbietet. Schoko-Riegel tragen hier nicht Namen wie Mars oder Twix, sondern zum Beispiel Biofairetta. Das Besondere daran: Der Kakao ist "fair gehandelt", sprich: Die Bauern in den Entwicklungsländern bekommen einen höheren Preis dafür. "Es kann ja nicht Sinn der Sache sein, dass wir jedes Jahr Geld nach Nicargua in die Jenaer Partnerstadt San Marcos spenden, und das mit dem Verkauf von Produkten tun, deren niedriger Preis auf Ausbeutung der dortigen Bauern beruht", erklärt Max Oehler, was er unter Nachhaltigkeit versteht. Der 17-Jährige aus der 11. Klasse führt gemeinsam mit seinem Freund Ole Breither die Geschäfte der kleinen Schülerfirma.

Für diese Geschäftsidee wurden die Jenaer Schüler am Montag von Bundespräsident Joachim Gauck und Bundesminister Dirk Niebel im Schloss Bellevue in Berlin ausgezeichnet. Im Schulwettbewerb des Bundespräsidenten zur Entwicklungspolitik "Alle für Eine Welt. Eine Welt für Alle" erreichte der Beitrag der Jenaplanschule einen dritten Preis, dotiert mit 500 Euro. Schüler der Klassen 1 bis 13 waren aufgerufen, die Welt durch andere Augen zu betrachten, sich der eigenen und der fremden Perspektive bewusst zu werden und sich zu fragen, was unterschiedliche Lebensverhältnisse und Wertorientierungen für die Menschen hier und anderswo bedeuten. Mehr als als 9500 Schüler aus ganz Deutschland reichten über 500 Wettbewerbsbeiträge ein.

Der amtierende Schulleiter Thomas Röher ist sehr stolz auf seine jungen Entwicklungshelfer. "Sie führen nicht nur die Schülerfirma selbstständig, sondern haben sich auch für den Wettbewerb ohne fremde Hilfe beworben und die Fahrt nach Berlin ganz allein organisiert", so Röher. Glückwünsche gab es auch von Thüringens Kultusminister Christoph Matschie. "An der Jenaplan-Schule wird Nachhaltigkeit gelebt. Das zeigt sich im regen Austausch mit der Partnerschule in Nicaragua und im täglichen Schulleben", so der Stellvertretende Thüringer Ministerpräsident.

Das Preisgeld wollen die Geschäftsführer Ole Breither und Max Oehler auf jeden Fall für ein Projekt in Nicaragua spenden. "Da wir jedes Jahr 240 Euro an die Partnerschule überweisen, ist dieses zusätzliche Geld für ein besonderes Projekt gedacht", sagt Max Oehler. Gemeinsam mit dem Jenaer Eine-Welt-Verein, der das Schülercafé mit fair gehandelten Waren beliefert, soll darüber beraten werden.

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