Jenarbeit und Arbeitsagentur sind nun unter einem Dach

Jena  Das "Arbeitsamts"-Gebäude an der Stadtrodaer Straße 1 wird die zentrale Anlaufstelle für Arbeitsförderung in Jena.

Arbeitsagenturchefin Irena Michel und Jenarbeitchef Matthias Welsch vor dem nun gemeinsamen Gebäude beider Arbeitsbehörden an der Stadtrodaer Straße 1. "Wir sind für Sie da" meint derzeit den Kontakt per Telefon oder online.

Arbeitsagenturchefin Irena Michel und Jenarbeitchef Matthias Welsch vor dem nun gemeinsamen Gebäude beider Arbeitsbehörden an der Stadtrodaer Straße 1. "Wir sind für Sie da" meint derzeit den Kontakt per Telefon oder online.

In der Stadtrodaer Straße 1 wächst zusammen, was zusammen gehört: Das städtische Jobcenter ist von der Tatzendpromenade in das Bürogebäude der Agentur für Arbeit gezogen. Damit gibt es in Jena nun einen zentralen Ort der Arbeitsförderung. Der Umzug ging im Dezember über die Bühne. Im Haus wird noch umgebaut, um nach dem Ende der Corona-Pandemie Besuchern einen besseren Service zu bieten. Auch die Wohngeldstelle ist hier zu finden.

"Ideen für einen Umzug gab es schon lange, aber sie ließen sich erst jetzt realisieren“, sagt Jenarbeit-Werkleiter Matthias Welsch. 130 Mitarbeiter sind in dem städtischen Eigenbetrieb beschäftigt, der 2005 als Jobcenter der Stadt im Zusammenhang mit der Arbeitsmarktreform entstand.

Durch das Corona-Jahr 2020 kam der so genannte SGB-II-Bereich den Zahlen nach gut. So wurden im Jahresdurchschnitt 3593 Bedarfsgemeinschaften gezählt, das sind 166 (-4,4 Prozent) weniger als 2019. Die Zahl der erwerbsfähigen Arbeitslosengeld II-Empfänger sank um 191 Personen (-4 Prozent) auf 4577. Matthias Welsch sieht als einen Grund, dass der Gesetzgeber wegen der Pandemie die Bezugsdauer für das dem Arbeitslosengeld II („Hartz IV“) vorgelagerte Arbeitslosengeld I verlängert habe. Zudem schaffe die Krise Jobs, die auch mit geringerer Qualifikation machbar seien.

Zentrales Thema für die Agentur für Arbeit war die Bewältigung der Kurzarbeit. „Wir erlebten den höchsten Anteil an Kurzarbeit nach der Wiedervereinigung. Viele Arbeitsplätze konnten durch die Kurzarbeit erhalten werden“, sagt Irena Michel, die Chefin der Agentur für Arbeit Jena. Im Agenturbezirk, zu dem auch das Jenaer Umland gehört, wurden bis zum Herbst 65,6 Millionen Euro Kurzarbeiterleistungen ausgezahlt. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es etwa 1,5 Millionen Euro, das ist ein Zuwachs um mehr als 4000 Prozent!