Jenas Studenten stimmen über Zukunft des Semestertickets ab

Jena.  Das studentische Nahverkehrsticket soll zum nächsten Wintersemester in Jena 78,50 Euro statt 70,60 Euro kosten. Darüber wird nun angestimmt.

An der Ernst-Abbe-Hochschule wurde dem neuen Preis bereits Ende 2019 zugestimmt, ebenfalls in Urabstimmung und mit einer Zustimmung von 95 Prozent. An wechselnden Orten kann nun auch an der Schiller-Uni an die Urne gegangen werden.

An der Ernst-Abbe-Hochschule wurde dem neuen Preis bereits Ende 2019 zugestimmt, ebenfalls in Urabstimmung und mit einer Zustimmung von 95 Prozent. An wechselnden Orten kann nun auch an der Schiller-Uni an die Urne gegangen werden.

Foto: Foto: Robert Gruhne

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der Preis für das studentische Nahverkehrsticket soll zum nächsten Wintersemester von 70,60 Euro auf 78,50 Euro steigen. Die Studenten der Ernst-Abbe-Hochschule haben bereits zugestimmt, an der Schiller-Uni wird in dieser Woche darüber abgestimmt.

So günstig wie die Studenten fährt wohl kaum jemand mit Bus und Bahn durch Jena. Zur Zeit werden 70,60 Euro pro Semester erhoben, also nicht einmal zwölf Euro im Monat. Ein Schülermonatsticket kostet im Vergleich 40,50 Euro pro Monat. Dafür müssen aber auch alle etwa 22.000 Jenaer Studenten das Ticket kaufen, also auch diejenigen, die das Angebot überhaupt nicht nutzen, denn das Semesterticket ist ein Soliticket. In dieser Woche stimmen die Studenten der Schiller-Uni darüber ab, ob sie es mit den neuen Konditionen behalten möchten.

Nutzung wird mitgerechnet

Bisher stieg der Preis parallel zur Schülermonatskarte des Jenaer Nahverkehrs an, also jährlich zwischen zwei und drei Prozent. Aufgrund von steigenden Kosten und einer vermehrten Nutzung durch die Studenten kündigte der Jenaer Nahverkehr den Vertrag mit dem Studierendenwerk. In den letzten Monaten haben die Studenten mit dem Unternehmen deshalb einen neuen Vertrag ausgehandelt.

Der Grundbetrag würde demnach zum Wintersemester 2020/2021 um elf Prozent auf 78,50 Euro steigen. Danach würde sich der Preis wie bisher nach der Schülermonatskarte richten, aber zusätzlich noch jährlich um die Nutzung der Studenten erhöht oder gesenkt werden. Steigt die Nutzung beispielsweise um drei Prozent, geht auch der Ticketpreis nochmals um drei Prozent nach oben.

Wie genau die Nutzung erhoben wird und wie sie sich in den zurückliegenden Semestern entwickelt hat, wollte der Jenaer Nahverkehr während der laufenden Abstimmung nicht mitteilen. Von einem Jahr aufs andere darf der Gesamtpreis jedoch maximal um zehn Prozent steigen, was eine Forderung der studentischen Verhandlungsgruppe war.

Faire Verhandlungen

Die Verhandlungen beschreibt Scania Steger, die die AG Semesterticket des Studierendenrats der Uni und die Urabstimmung leitet, als fair. Die Forderungen der Studenten seien ernst genommen worden. Das bestätigt auch Martin Schmidt, Vorstand im Stura der Ernst-Abbe-Hochschule, der ebenfalls an den Gesprächen beteiligt war: „Wir haben zum Beispiel bessere Nachtverbindungen zum Beutenberg oder nach Jena-Ost gefordert und die Verlängerung der Buslinie 10 bis zum Burgaupark.“ Die zusätzlichen Angebote, so auch bessere Regionalverbindungen, würden gut angenommen, teilt Anja Tautenhahn, Pressesprecherin für den Jenaer Nahverkehr, mit.

An der Abbe-Hochschule wurde dem neuen Preis bereits Ende 2019 zugestimmt, ebenfalls in Urabstimmung und mit einer Zustimmung von 95 Prozent. An wechselnden Orten kann nun auch an der Universität an die Urne gegangen werden. Wenn mindestens zehn Prozent aller Studenten an der Abstimmung teilnehmen, ist das Ergebnis gültig.

„Wir müssen uns überlegen, wo unser Limit ist“

Wenn das Quorum nicht erreicht wird, gibt es keine verbindliche Empfehlung der Studenten an das Studierendenwerk, das den Vertrag abschließt. Die Ablehnung der Preiserhöhung würde durch eine Vertragskopplung auch den Verlust des VMT-Tickets bedeuten, das zusätzlich 10,10 Euro pro Semester kostet.

Beim Jenaer Nahverkehr würde man sich freuen, wenn die Studenten der Vorlage zustimmen. Immerhin hängen daran auch etwa drei Millionen Euro jährliche Einnahmen für das Unternehmen. Scania Steger sieht im Solidaritätsgedanken, der hinter dem Ticket steht, große Vorteile für die Studenten, obwohl sie es selbst nicht ausschöpft. Man müsse bei der Entscheidung aber langfristig denken: „Das Semesterticket hat ja auch Auswirkungen auf die Wohnungspreise, indem es die Attraktivität für Lobeda und Winzerla erhöht.“ Zudem erhalte die Studierendenschaft als Ganzes ein besseres Angebot, als wenn jeder selbst entscheiden würde, meint die Studentin.

Dennoch müssten sich die Studenten langsam Gedanken machen, wann es genug sei mit den Steigerungen. Das Nahverkehrsticket ist schließlich nicht der einzige Bestandteil des Semesterbeitrags, der immer weiter nach oben geht. An der Uni liegt er aktuell bei 230,27 Euro und an der Abbe-Hochschule bei 229,27 Euro bei Rückmeldung. „Wir müssen uns überlegen, wo unser Limit ist“, rät Steger.

Die Urabstimmung der FSU-Studierenden findet an folgenden Terminen und Orten statt:

Dienstag, 14. Januar: Mensa Ernst-Abbe-Platz, 11 bis 14 Uhr und 17 bis 19 Uhr

Mittwoch, 15. Januar: Universitätsklinikum, vor Caféteria Hanfried, 11 bis 15.30 Uhr

Donnerstag, 16. Januar: Mensa Philosophenweg, 11 bis 14 Uhr; ThULB Hauptgebäude, 15 bis 17.30 Uhr

Freitag, 17. Januar: Carl-Zeiss-Straße 3 (Foyer), 9.30 bis 16 Uhr

Mehr Informationen zur Abstimmung: semtix.stura.uni-jena.de

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.