FC Carl Zeiss-Spieler Obermair über seine Zeit beim FC Bayern München und Joshua Kimmich

Jena  Raphael Obermair vom FC Carl Zeiss erinnert sich vorm Spiel bei 1860 München an seine Zeit beim FC Bayern.

Heute kickt Raphael Obermair für den FC Carl Zeiss Jena. Früher hat er mit den Weltstars von Bayern München trainiert.

Heute kickt Raphael Obermair für den FC Carl Zeiss Jena. Früher hat er mit den Weltstars von Bayern München trainiert.

Foto: Frank Steinhorst/Archiv

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Mit Thomas Müller Doppelpässe spielen oder Robert Lewandowski ein Tor auflegen – einmal im Team der Stars von Fußball-Rekordmeister Bayern München stehen: Was für viele ein Traum bleibt, hat Raphael Obermair von Drittligist FC Carl Zeiss Jena hautnah erlebt. „Ich habe damals unter Carlo Ancelotti viel mittrainieren können, war in Doha mit im Winter-Trainingslager“, blickt der in Prien am Chiemsee geborene Bayer auf seine Zeit im Nachwuchs und später in der zweiten Mannschaft der Münchner zurück.

Vor dem Spiel am Sonnabend mit Jena beim einstigen Erzrivalen 1860 kommen beim heute 23-Jährigen natürlich die Erinnerungen wieder hoch – an die Derbys im Stadion an der Grünwalder Straße und an die Übungseinheiten mit den Weltstars, den Champions-League-Siegern und Weltmeistern.

„Von jedem Spieler konnte man sich etwas abschauen.“

„Bayern war eine überragende Zeit, da habe ich menschlich und fußballerisch einiges mitgenommen“, sagt Obermair. „Von jedem Spieler konnte man sich etwas abschauen. Ob es die Ballsicherheit und die Übersicht von Thiago ist oder das Zweikampfverhalten von Mats Hummels oder Jerome Boateng, das Dribbling von Arjen Robben“, schwärmt er noch heute. Als er das erste Mal die Kabine der Bundesliga-Kicker betreten durfte, sei er schon nervös gewesen.

„Aber dann gibt man dem Ersten die Hand und merkt, die sind alle ganz nett – auf dem Boden geblieben.“ Natürlich gab es im Training auch mal Kritik, wenn es nicht so lief. „Die wollen alle immer gewinnen.“ Doch als Jungspund habe er viel mitnehmen können. Besonders gut entsinnt er sich an einen deutschen Nationalspieler. „Mit Joshua Kimmich haben wir jungen Spieler uns gut verstanden, der hat sich immer bei uns an den Tisch gesetzt.“

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Der Sprung ins Fußball-Oberhaus – und da geht es Obermair wie den meisten talentierten Fußballern – blieb ihm verwehrt. Also schloss er sich Ex-Trainer Heiko Vogel an, der ihn zum österreichischen Bundesligisten Sturm Graz lotste. „Am Anfang lief es ganz gut“, sagt Obermair. Er kam in Qualifikationsspielen für die Champions League und die Europa League zum Einsatz. Doch dann ging Vogel und Obermair spielte nicht mehr – ein Dreivierteljahr lang. „Deshalb bin ich nach Jena gekommen, um wieder regelmäßig Einsatzzeit zu bekommen.“

Mannschaftliche Leistung stabilisieren und Punkte sammeln

Dass die Thüringer Tabellenletzter sind, wurmt ihn natürlich. „Wir müssen schauen, dass wir die mannschaftliche Leistung stabilisieren und jetzt Punkte sammeln“, sagt er vor der Partie bei 1860. Hoffnungen machen kann er und der FC Carl Zeiss sich auf die Einsätze von Kapitän Dominic Volkmer und Stürmer Julian Günther-Schmidt. Beide sitzen im Bus nach München. „Wir werden am Samstag vor Ort entscheiden, wie wir das Ganze angehen“, sagt Trainer Lukas Kwasniok. Die Wahrscheinlichkeit, dass Günther-Schmidt (Knieprobleme) spiele, sei dabei wesentlich größer als bei Volkmer. „Aber die Situation hat sich deutlich verbessert“, sagt er mit Blick auf die Schulterverletzung von Letzterem.

Wie wichtig beide sind, wurde beim 1:1 gegen Magdeburg klar. Jetzt will Jena den nächsten Schritt gehen, und Ex-Bayer Obermair findet: „Was gibt es Schöneres, als den Kritikern zu beweisen: Wir sind noch da!“

1860 München – FC Carl Zeiss Jena, Sonnabend, 14 Uhr

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