Kastanie und Stele in Jena zur Erinnerung an Anne Frank

Jena.  Lobdeburg-Realschüler haben zur Abschlussfeier Erinnerungspunkte in Jena in Gedenken an Anne Frank gesetzt

Realschüler der Lobdeburgschule setzten während ihrer Abschlussfeier eine Stele zur Erinnerung an Anne Frank

Realschüler der Lobdeburgschule setzten während ihrer Abschlussfeier eine Stele zur Erinnerung an Anne Frank

Foto: Thomas Stridde

Die Abschlussfeier der Realschüler an der Lobdeburgschule war in diesem Jahr von einer Besonderheit gekrönt: Großen Anklang hatten die Mädchen und Jungen im Winter 2019 mit ihrer Anne-Frank-Ausstellung nicht nur bei den Besuchern gefunden. Erfolgreich konnten sie an zwei Wettbewerben zu dem Thema teilnehmen und sich über ein Preisgeld von 200 Euro freuen. Dieses Geld wurde nun investiert, um im Gedenken an das von den Nazis ermordete jüdische Mädchen Anne Frank ein Zeichen für Vielfalt zu setzen. Als besonders passend empfanden Schüler, Eltern und Lehrer dazu eine Stele aus bunten Natursteinen. Jeder Stein einzigartig in Form, Farbe und Maserung. Die Stele fand nun auf dem Schulhof einen würdigen Platz und wurde mit vereinten Kräften in der Erde verankert.

Und noch eine Idee zur Feier des Abschieds nach zehn Schuljahren: Wie schön wäre es, einen Baum zu setzen, unter dem man sich in 25 Jahren zum Klassentreffen versammeln kann! Und so war in den vergangenen Wochen nach einem Anne-Frank-Baum gesucht worden, einem Nachkömmling jener Kastanie, die das jüdische Mädchen durchs Fenster auf dem Hinterhof sah. Als der Baum 2010 nach einem schweren Unwetter fiel, hatte man aus den Kastanien schon Setzlinge gezogen, die heute auf der ganzen Welt verteilt sind, etwa vor dem UN-Hauptquartier in New York, in der jüdischen Gedenkstätte Yadvashem in Jerusalem und vor vielen Anne-Frank-Schulen in Deutschland. Mittlerweile wiegen die „Schösslinge“ aber 300 Kilogramm und können in einer niederländischen Gärtnerei erworben werden. – Zu schwer allerdings für den Transport nach Jena.

Doch Unterstützung für das Baumprojekt kam aus Weira. Dort hatte das israelisch-deutsche Unternehmerpaar Ramon 2011 auf dem Grundstück seiner Firma Cabka eine Allee aus Anne-Frank-Bäumen gesetzt. Allerdings trugen die noch keine Früchte. Nach einer kurzen Internetrecherche war klar, mit viel Glück kann man Kastanien auch aus Stecklingen ziehen. Und so konnten die Schüler vier Stecklinge in Empfang nehmen, die nun an der Schule gepflegt werden und vielleicht schon bald die ersten Wurzeln bekommen.