Kim Siebenhüner forscht in Jena zum Kulturkampf Reformation

Jena  Kim Siebenhüner ist neue Lehrstuhlinhaberin

Kim Siebenhüner

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Foto: A. Günther

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„Eppur si muove“ – „Und sie bewegt sich doch“, soll Galilei gemurmelt haben, als er den Gerichtssaal verließ. Der Gelehrte hatte sich vor der Römischen Inquisition verantworten müssen, weil seine Schriften zum kopernikanischen System Argwohn erregt hatten. Wie aber erging es den vielen Namenlosen, die vor den Inquisitor treten mussten?

In einer Mischung aus Kulturgeschichte und historischer Kriminalitätsforschung ging Kim Siebenhüner dieser Frage nach. Die neu berufene Lehrstuhlinhaberin für die Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Jena hatte das Glück, als eine der Ersten die Akten der Inquisition bearbeiten zu können, nachdem der Bestand 1999 für die Forschung freigegeben worden war. Die Akten wertete die gebürtige Essenerin für ihre Promotion in Basel aus. Ihr Studium der Geschichte, Philosophie und Germanistik hatte die 47-Jährige in Clermont-Ferrand begonnen, später in Freiburg im Breisgau fortgesetzt. Nach einer einjährigen Zwischenstation in Rom ging es nach Basel. Auf die Promotion folgte ein Postdoc in Oxford, später beschäftigte sie sich mit der Geschichte der Dinge und ihrer globalen Zirkulation.

In Jena möchte sich Kim Siebenhüner einer etwas anderen materiellen Kultur zuwenden, wobei sie wieder die Religion in den Blick nimmt: „Wie veränderte sich materielle Kultur durch Reformation und Konfessionalisierung?“ Siebenhüner möchte erforschen, was aus den religiösen Alltagsgegenständen wie etwa den Rosenkränzen oder Heiligenbildern wurde, als die Menschen sich dem neuen Glauben zuwandten.

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