Kleine Flutwelle setzt Nerkewitz in Schrecken

Nerkewitz.  Sonntagnachmittag goss es über Nerkewitz wie aus Kübeln. Kurze Zeit später überschwemmte eine Welle aus Schlamm und braunem Bachwasser den Ort

Binnen weniger Minuten hatte sich am Sonntagnachmittag in Nerkewitz (Saale-Holzland-kreis) bei Regen die Dorfstraße in einen Fluss verwandelt.  In 20 Minuten waren mehr als 20 Liter Regen /Quadratmeter niedergegangen. Wassermassen und Schlamm hatten sich über Felder, den Sportplatz und Gärten ins Tal  gewälzt und die Dorfstraße und mehrere Gehöfte in einem Teil des Ortes überschwemmt.  Gemeinsam hatten die Dorfbewohner am Sonntag und Montag den Schmutz weggeräumt. Gemeindearbeiter Stefan Heyne hat den Schlamm mit dem Multicar weggefahren.

Binnen weniger Minuten hatte sich am Sonntagnachmittag in Nerkewitz (Saale-Holzland-kreis) bei Regen die Dorfstraße in einen Fluss verwandelt.  In 20 Minuten waren mehr als 20 Liter Regen /Quadratmeter niedergegangen. Wassermassen und Schlamm hatten sich über Felder, den Sportplatz und Gärten ins Tal  gewälzt und die Dorfstraße und mehrere Gehöfte in einem Teil des Ortes überschwemmt.  Gemeinsam hatten die Dorfbewohner am Sonntag und Montag den Schmutz weggeräumt. Gemeindearbeiter Stefan Heyne hat den Schlamm mit dem Multicar weggefahren.

Foto: Angelika Schimmel

Der Nachmittagskaffee ist bei vielen Familien in Nerkewitz am Sonntag kalt geworden. Sie hatten es sich gegen 16 Uhr vielleicht gerade gemütlich gemacht zuhause, als es mächtig zu regnen anfing. „Es hat mit einem Mal gegossen wie aus Kübeln, da ist ordentlich was vom Himmel herunter gekommen", berichtete Gemeindearbeiter Stefan Heyne. „Mehr als 20 Liter pro Quadratmeter in nur 20 Minuten", hatten ihm Nachbarn später erzählt, die das mit ihrer Wetterstation im Garten gemessen hatten.

Und als wäre das nicht schon genug, habe sich kurze Zeit später eine braune Wasserflut von den Feldern über den Sportplatz die Dorfstraße hinunter gewälzt. „Die gesamte Straße war mit einem Mal ein Fluss, der Schlamm und Geröll mit sich führte, Gartenzäune umriss und auch vor Hoftoren nicht halt machte", erzählt Bürgermeister Gunther Grau.

Machtlos mussten die Anwohner mit zusehen, wie die Wassermassen sich ihren Weg über den Spielplatz, am ehemaligen Dorfgasthof und Saal vorbei ins Tal in den Gönnabach suchten, berichtete er. „Selbst wenn einer Sandsäcke parat gehabt hätte, er hätte die gar nicht so schnell etwa vor der Einfahrt platzieren können", sagte er. Und nach nicht mal einer Stunde war der Spuk auch schon vorbei.

„Das Wasser war weg, was blieb waren Schlamm und Geröll auf der Straße, den Plätzen und in einigen Höfen. Etwa eine Handvoll Hausbesitzer waren betroffen", sagte Grau. Doch die blieben mit dem Schreck und dem Dreck nicht allein. „Das halbe Dorf war auf den Beinen, jeder half beim Schlammschippen und Geröllbeseitigen. Die Agrargenossenschaft hatte einen Wasserwagen mit zehn Kubikmetern Wasser ins Dorf geschickt, die Feuerwehr rückte mit Schläuchen an und der Schlamm wurde erst einmal von der Straße gespült. Mit Schaufeln und Schneeschiebern rückten an die 30 Leute dann dem Dreck zu Leibe, arbeiteten bis in den Abend ", berichtete der Bürgermeister. Ans Kaffeetrinken habe da keiner mehr gedacht.

Gemeindearbeiter Stefan Heyne machte am Montagmorgen weiter, belud den Multicar mit angespülter Erde und Dreck, den er auf den Straßen zusammen schaufelte. Auch in den Höfen und Gärten ging das Aufräumen weiter. „Der Sportplatz ist erst einmal nicht benutzbar", urteilte Grau beim Rundgang durchs Dorf. Hier oben beginnt der verrohrte Teil des Baches, der von Stiebritz durch die Felder läuft. Doch das dicke Rohr hatte offenbar die Wassermassen nicht mehr fassen können, sie überschwemmten den gesamten Platz und den Garten von Familie Quasnica. „Alle paar Jahre kommt es vor, dass bei sehr starkem Regen hier Wasser von den Feldern durchs Dorf flutet, aber so heftig wie diesmal ist es selten", berichtete Grau.

Im gemauerten Bachbett vor dem Dorfgasthof stand das Wasser bis zur Mauerkante. „Glücklicherweise ist es nicht in das Gebäude gelaufen, das hätte uns den Fußboden im Saal garantiert ruiniert", sinnierte er. Der Gasthof, zuletzt als russische Gaststätte "Weiße Nächte" betrieben, ist in Gemeindeeigentum. Der Pachtvertrag mit dem Gastwirt sei jedoch schon vor geraumer Zeit gekündigt worden, „das Geschäft ist nicht so gut gelaufen, auch Mietstundung half nicht." Die Suche nach einem neuen Pächter werde sicher nicht einfach, vermutet Grau.

Doch erst einmal muss der Bürgermeister mit einem Fachmann vom Gewässerunterhaltungsverband durchs Dorf laufen, um zu besprechen, was eventuell an Vorbeugemaßnahmen getroffen werden kann, damit so etwas nicht wieder passiert.

Und am Abend werden wieder der Wasserwagen der Agrargenossenschaft anrücken und die Feuerwehr mit ihren Schläuchen und die Nachbarn mit Schaufeln, damit auch der letzte Schmutz aus dem Dorf geräumt wird.