Radweg-Alternativen im Check

Kopenhagener Lösung für die Camsdorfer Brücke in Jena

Jena.  Zum Schutz des Biotops schlägt unser Leser eine Radwegbrücke im Jenaer Biotop vor.

Macht auch optisch was her: eine Fahrradbrücke in Kopenhagen, wie sie unser Leser gern unterhalb der Camsdorfer Brücke realisiert sähe.

Macht auch optisch was her: eine Fahrradbrücke in Kopenhagen, wie sie unser Leser gern unterhalb der Camsdorfer Brücke realisiert sähe.

Foto: Foto: City of Copenhagen/Ursula Bach

Jena sucht den besten Radweg an der Camsdorfer Brücke. Heute gehen wir in unserer Serie richtig in die Vollen. Unser Leser Florian Kiel macht zwei Vorschläge, die den Eingriff in das streng geschützte Biotop gegenüber der Vorzugsvariante der Stadtverwaltung verringern. Zudem bringt er einen Vorschlag, der eine zusätzliche Brücke unter der Camsdorfer Brücke vorsieht – exklusiv für Radfahrer und Fußgänger.

„Die Unterführung sollte dabei so wenig wie möglich in das Biotop eingreifen“, schreibt er. Dazu müssen bestehende Wege soweit abgesenkt werden, dass Senkung und Steigung außerhalb des Biotops erfolgen und das nur für die direkte Querung unterhalb der Brücke ein Eingriff in das Biotop erforderlich ist.

Bei Variante 2 soll die Unterführung beidseitig entlang der Brücke gehen, tiefster Punkt und Querung wäre dann am Ufer der Saale. „Dies hätte den Vorteil, dass eventuell nur die Bäume gefällt werden müssen, die zur Verkehrssicherung der Camsdorfer Brücke ohnehin gefällt werden müssen.“

Zur Sicherung des Hochwasserschutzes müssten jedoch anstatt aufgeschütteter Rampen Fahrradbrücken gebaut werden, so dass das Wasser durchfließen kann. Dies böte sogar die Möglichkeit, eine Fahrradbrücke über die Saale zu errichten, um einen Anschluss an das Wenigenjenaer Ufer zu ermöglichen. Kiels Vorbild ist die Fahrradbrücke Kopenhagen. Kaum eine Stadt der Welt fördert den Radverkehr so vorbildlich wie Kopenhagen.

In Jena könnte der wichtige Radverkehr von Pendlern und Studenten von Jena-Ost in Richtung Jena-Süd sowie von Schülern aus dem Zentrum (und Süden) Richtung Ost sicher geleitet werden. Außerdem würde es die beiden Grünflächen Wenigenjenaer Ufer und Landfeste verkehrsberuhigt verknüpfen, so unser Leser.

In der Broschüre der Stadtverwaltung kommen beide Varianten bisher nicht vor. Sie fällt voraussichtlich in die Kategorie „Zu teuer“: Unmöglich ist der Bau von Fußgängerbrücken über Flüsse aber nicht, wie die nahe gelegene Steg am Gries zeigt oder der seit vielen Jahren gesperrte Steg südlich der Burgauer Brücke. Derzeit ist der Bau der Querung unter der Brücke auf Eis gelegt, bis ein Verkehrsgutachten mit weiträumigerem Ansatz fertiggestellt ist. Es wird im Laufe des Jahres 2020 erwartet.

Naturschützern dürfte die Variante einer neuen Brücke nicht unbedingt begeistern, da sie in jedem Fall mehr Menschen in das Gebiet bringen wird – wenngleich als Transitreisende. Vielleicht gelingt es aber, die Radbrücke direkt unter der Camsdorfer beginnen zu lassen, damit hier keine zusätzlichen Baumfällungen anfallen.

Weiteres Problem der Variante: Im Hochwasserfall wäre die Radbrücke eine weitere Barriere.

Lösbar wäre das – wiederum nach Kopenhagener Vorbild – durch eine Schwingbrücke. In Kopenhagen passiert das nicht wegen der Hochwassergefahr, sondern um zeitweise Schiffsverkehr zu ermöglichen.

Eine Übersicht zu den bisher untersuchten Radwege-Varianten der Stadtverwaltung gibt es hier: https://vorhaben.jena.de/fm/2150/Fahrradquerung_CamsdorferBruecke_Broschuere.pdf Kennen Sie eine machbare Variante, die dort nicht steht? Dann schreiben Sie uns per Brief oder E-Mail: jena@tlz.de

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