Künstler stellen in Burgau den Menschen in den Mittelpunkt

Jena  Symposium in Burgau erwartet Rekordbeteiligung: Wer kann als Malgrund helfen?

Die beiden Schaufensterpuppen neben Michael Willsch zeigen, dass perfekte Menschen recht seelenlos sein können. Die Skulptur vorn entstand aus Beton und ist noch unvollendet.

Die beiden Schaufensterpuppen neben Michael Willsch zeigen, dass perfekte Menschen recht seelenlos sein können. Die Skulptur vorn entstand aus Beton und ist noch unvollendet.

Foto: Thomas Beier

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Erich Honecker hat‘s gesagt, Angela Merkel hat den Satz verwendet. Und über das vom 22. bis 27. Juli stattfindende Kunst-Symposium in Jena-Burgau lässt sich ebenfalls sagen: „Der Mensch steht im Mittelpunkt!“

Genauer gesagt geht es um den „perfekten Mensch“, wie es in der Einladung an Künstler und Schaulustige heißt. In jedem Fall wird das eine ganz und gar unpolitische Veranstaltung. Und es ist die Jubiläumsausgabe der Kunstwoche rund um die Binderburg.

Michael Willsch, der das Programm zum inzwischen 10. Mal organisiert, freut sich über einen Teilnehmerrekord. 25 professionelle Künstler haben sich angemeldet. Die weiteste Anreise hat Dick Roberts aus North Carolina/USA. Eine Woche lang setzen sich bildende Künstler und Interessierte mit dem menschlichen Thema auseinander und stellen Kunstwerke dazu vor Ort her.

Neben Skulpturen, Bildern und Installationen kann auch der menschliche Körper als Malgrund und Abformmodell mit einbezogen werden. Den Abschluss bildet eine öffentliche Präsentation am Sonnabend, 27. Juli, ab 12 Uhr mit freiem Eintritt.

Der Ortsverein Burgau unterstütz die Kunstschaffenden, indem er half, Quartiere für die Teilnehmer zu finden. Jenakultur und Sponsoren ermöglichen die finanzielle Absicherung.

Michael Willsch glaubt, dass es am Thema liegt, dass die diesjährige Veranstaltung solch großen Zuspruch findet. Da gebe es ein Spannungsfeld zwischen dem, was die menschlichen Grundwerte vorgeben und dem, was die Menschen tatsächlich tun. „Kein Mensch ist vollkommen, doch die meisten wollen vollkommen sein oder zumindest so erscheinen“, sagt Willsch.

Beim Symposium ist die aktive Mitarbeit der Kunstfreunde gefragt. Nicht nur für die Abschlussveranstaltung braucht es Personen, die ihren Körper zur Verfügung stellen. Auch in der Woche. Susanne Carl möchte Fotos mit Masken anfertigen und sucht dafür Mitwirkende. Müssen das perfekte Menschen sein? „Nein, im Gegenteil!“, sagt Michael Willsch. Wie auch das am 27. Juli gebotene Theaterstück von Menschen dargeboten wird, die ihre Unperfektheit selbstbewusst zeigen. Das Schauspielensemble „Blindgänger“ kommt aus München und besteht aus Leuten, die mit einer Sehbehinderung leben.

Menschen, die ihren Körper der Kunst zur Verfügung stellen wollen, können sich bei Michael Willsch unter Telefon (0176) 831 50 502 oder per E-Mail an willschi@yahoo.de melden. Bilder aus den vergangenen Jahren gibt es unter www.binderburg.de

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