Kunst ist eingezogen ins Jenaer Normannenhaus

Jena  Drei Skulpturen des Surrealisten Hans-Peter Müller wurden im Treppenhaus des historischen Villengebäudes installiert.

Metallbauer Christian Wolf (links) und Philipp Zollmann bei der Installation des Kunstwerkes „Keltisch-Germanische Kriegerin“ von Hans-Peter Müller im Jenaer Normannenhaus.

Metallbauer Christian Wolf (links) und Philipp Zollmann bei der Installation des Kunstwerkes „Keltisch-Germanische Kriegerin“ von Hans-Peter Müller im Jenaer Normannenhaus.

Foto: Friedhelm Berger

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Kunst hat Einzug gehalten ins Normannenhaus in der Jenaer Innenstadt. Am Wochenende wurden im Treppenhaus des historischen Villengebäudes von der Bauschlosserei Franke drei Skulpturen des in Weida lebenden Surrealisten Hans-Peter Müller installiert. „Sie werten das Innenleben des sanierten Objekts weiter auf“, freut sich Eigentümer und Mediziner Dr. Philipp Zollmann.

Bei den Kunstwerken von Müller, der zur zweiten Generation der sogenannten Leipziger Schule zählt, handelt es sich um eine „Keltisch-Germanische Kriegerin“, eine „Weltzeitenuhr“ und um eine Skulptur mit dem Titel „Drachengeburt“. Alle Arbeiten sind aus patiniertem Kupfer gefertigt und – im Fall der „Kriegerin“ – zusätzlich teilvergoldet. Entstanden sind sie 1989 und 2001. „Es handelt sich um Lieblingsstücke des namhaften Künstlers, die eigentlich unverkäuflich waren“, sagt Zollmann. „Für das Normannenhaus hat er sich aber zum Glück von ihnen getrennt.“

Laut Müller handelt es sich bei der „Kriegerin“ um eine Hommage an die britannische Königin Boudicca, die 60/61 n. Chr. einen Aufstand gegen die römischen Besatzer anführte. Mit der „Weltzeitenuhr“ will der Künstler auf die „Anders-Welt“ der keltischen Weltordnung hinweisen, in der die Zeit in historischer und religiöser Dimension angezeigt wird. Und mit der „Drachen“-Skulptur will Müller auf das hervorstechende Symbol der Normannen-Stämme aufmerksam machen.

Das Normannenhaus, 1898 eingeweiht, war von Architekt Georg Ludwig Freed ursprünglich für die „Akademische Turnerschaft Normannia“ errichtet worden. Heute ist der Bau – seit 2005 unter Denkmalschutz – nach Originalplänen weitgehend wieder hergestellt. Und kann, so der Wille des Eigentümers, als Tagungs- und Begegnungsstätte genutzt werden.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren