Meine Woche: Ein Bett im Kornfeld

Thomas Beier über trübe Stimmung und kleine Brötchen
Thomas Beier, Redaktion Jena.

Thomas Beier, Redaktion Jena.

Foto: Thomas Beier

Über trübe Stimmung und kleine Brötchen

Hossa, Hossa, beim Jenaer Altstadtfest gibt es zum Abschied ein Fest! Mit der „Großen Deutschen Schlagerparade“ ist der Samstagabend stimmungsmäßig geritzt! Was gut ist, denn bei einer „Fiesta Mexicana“ oder einem „Bett im Kornfeld“ sind Gas- und Energiepreise schnell vergessen. Adio Mexiko oder so.

„Hast du schon deine Heizung angedreht?“ So lautete diese Woche oft die Frage, wenn sich zwei Jenaer irgendwo trafen. Viele haben den Eindruck, die Bundespolitik hat die Brisanz explodierender Energiepreise nicht erkannt und ist zu weit weg von den Bürgern. Kahla-Porzellan-Chef Daniel Jeschonowski nannte die Folgen des Handelskrieges gegen Russland existenzbedrohend für den Mittelstand hierzulande. Und auch in der Lichtstadt Jena wachsen Sorgen, dass aus dem Leuchtturm ein Teelicht wird, wenn zur Inflation die Rezession kommt.

Da passt es in die Zeit, kleinere Brötchen zu backen, so lange es noch geht. Ja, die Damen und Herren stutzten in Winzerla kurz, ob man denn wirklich einen schlichten Fahrradständer mit Schleife und Schere eröffnen sollte wie weiland die vierspurige Straße. Ja, das passt schon, denn gemeint ist nicht der einzelne Ständer, sondern das Zeichen, dass etwas getan wird – trotz der Hindernisse.

Wer jetzt wegen der tollen Fahrradbügel aber wirklich sein Auto bei der Stadt abmelden will, sollte etwas Zeit mitbringen. Persönliche Termine für „Kfz-Vorgänge“ gibt es beim Bürgerservice erst in drei Wochen. Man kann seine Unterlagen aber am Empfang abgeben. Hossa!