Meine Woche: Thorsten Büker über die Ruhe vor dem Politik-Alltag

Der Berg ruft. Und Thomas Nitzsche und Benjamin Koppe kommen. Der Oberbürgermeister und sein Dezernent besuchen am Donnerstag die Partnerstadt Erlangen, um bei der Eröffnung der Bergkirchweih dabei zu sein. Prost.

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Der Berg ruft. Und Thomas Nitzsche und Benjamin Koppe kommen. Der Oberbürgermeister und sein Dezernent besuchen am Donnerstag die Partnerstadt Erlangen, um bei der Eröffnung der Bergkirchweih dabei zu sein. Prost.

Atem holen in der vergangenen Woche, jetzt Pfingsten genießen und dann mit großen Schritten auf den Alltag zu: musikalische Eröffnung, Begrüßung durch den Oberbürgermeister, Musik, Verpflichtung der Mitglieder des Stadtrates, Musik – das sind die ersten fünf Punkte für den Stadtrat, der am 19. Juni zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenkommt. Und tatsächlich schließt sich eine Tagesordnung an, die die Akteure durch die große und kleine, eben typische Jenaer Welt führt: Vom Bus ins Himmelreich bis hin zu einem Vertrag zwischen Stadt und dem Land Thüringen. Es gibt zwar nur einen Inselplatz, aber zwei Bauherren, weshalb alles genau geregelt werden muss. Und ganz großzügig kommt die Stadt dem Freistaat entgegen, man trägt Spendierhosen: „Hinzuweisen ist ferner darauf, dass die vom Freistaat zu entrichtenden Sondernutzungsgebühren um 35 Prozent im Vergleich zu den im Gebührenverzeichnis genannten reduziert werden sollen.“

Oberbürgermeister Thomas Nitzsche will gegenüber der AfD den Konfrontationskurs als Selbstzweck übrigens vermeiden: Die Auseinandersetzung findet statt, aber inhaltlich und damit nicht um ihrer selbst willen. So wird er an diesem Mittwoch 46 Hände schütteln und die neuen Ratsfrauen und -herren verpflichten. Das ist mehr als eine Höflichkeitsgeste, wie das Thüringer Oberverwaltungsgericht vor wenigen Tagen festgestellt hat: Man kann in der Kommunalordnung nachlesen, dass neu gewählte Stadtratsmitglieder unabhängig etwa von ihrer Parteizugehörigkeit durch Handschlag zu verpflichten sind.

46 Hände zu schütteln ist mindestens so anstrengend wie die Maß Bier an seinem sonnigen Tag zu halten. Die kostet in Erlangen übrigens 9,50 Euro. Erlanger Studenten haben nicht nur die Bergkirchweih, sondern hatten bis 1999 tatsächlich auch die dazu gehörigen Ferien. Die oft angenommene, aber nicht verbriefte Begründung für diese Ferien lautet, dass mit betrunkenen Studenten ein geordneter Universitätsbetrieb nicht möglich sei. Ich finde, so etwas stünde Jena gut zu Gesicht. Die Ferien, nicht die betrunkenen Studenten.

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