Meinung: Raus aus den Schulden?

Ein bisschen läuft die Sache jetzt für die Stadt Jena ab wie ein privater Besuch beim Schuldnerberater: Als Erstes kommt der große Kassensturz und man schaut genau hin, was man sich in Zukunft noch leisten kann und will.

Während bei privaten Insolvenzen der Notverkauf des Autos oder die Stornierung sämtlicher Online-Bestellungen ansteht, kann die Stadt Jena mit der Haushaltsnotlage ganz gut leben. Und dies vor allem deshalb, weil sie fast keine Schulden mehr hat. Auf der Kommunalen Schuldenuhr standen zuletzt unter 20 Millionen Euro, dann verschwand die rückwärtslaufende Uhr auf der städtischen Internetseite aus technischen Gründen. Zur Jahrtausendwende hatten wir mal 150 Millionen Euro Miese!

Beim Sparen hat eine Kommune auch viel mehr Optionen als Lieschen Müller oder der aus dem Fernsehen bekannte Schuldnerberater Peter Zwegat. Steuern rauf und Zuschüsse runter? Am Ende bringt das Haushaltssicherungskonzept von allem etwas. Die andere Option, ein, zwei Großprojekt eindampfen, um auf einen Schlag 40 bis 50 Millionen zu sparen, ist keine Option. Das neue Stadion und 24 neue Straßenbahnen haben wir gerade bestellt. Selbst mit Kassenzettel ist der Umtausch ausgeschlossen, auch wenn Peter Zwegat sicher sagen würde: Musste es wirklich das Neueste und Beste sein?