Meinung: Und jetzt auf Expedition

Thomas Stridde
Thomas Stridde

Thomas Stridde

Foto: Thomas Stridde / Thomas Beier

Über die Nutzung des Volkshauses

Volkshaus! Wegen dieses Namens wird der städtische Eigenbetrieb Jenakultur fortan viel mit der Frage zu tun haben: Ja, ist es denn noch „Volkes Haus“, wenn das altehrwürdige Gebäude nun umgerüstet ist zum modernen Kongresszentrum (und freilich weiter Konzertstätte bleibt)? Nicht zu vergessen: Vor acht Jahren hatte die Stadt mit diplomatisch feiner Klinge die Ernst-Abbe-Stiftung auf deren Satzung hingewiesen, wonach sie „dem Betrieb und der Förderung gemeinnütziger Einrichtungen und Maßnahmen zugunsten der Einwohner Jenas und seiner nächsten Umgebung“ dient. Das war der Ansatz, um die Stiftung als Bauherrin für den 25-Millionen-Umbau des Volkshauses zu gewinnen. Auf weitere 25 Jahre ist die Stadt Mieterin des Hauses. Freilich wird es Leute in Kultur- und Sozialvereinen geben, die knurren: Nirgendwo finden wir bezahlbaren Raum. Und im Volkshaus schon gar nicht. Immerhin formulierte der kommissarische Jenakultur-Chef Carsten Müller, man begebe sich jetzt mit dem Volkshaus „auf Expedition“. Das klingt nach Offenheit für neue Erkenntnisse, für Überraschungen.