Mit 2000 Umzugskisten quer durch Winzerla

Michael Groß
| Lesedauer: 3 Minuten
Sind guter Dinge, dass der Umzug geschafft wird: Sabine Wolter, stellvertretende Schulleiterin, und Speditionschef Conny Coriand.

Sind guter Dinge, dass der Umzug geschafft wird: Sabine Wolter, stellvertretende Schulleiterin, und Speditionschef Conny Coriand.

Foto: Michael Groß

Jena.  Die Trießnitzschule zieht um in das Haus der früheren Goetheschule in Winzerla. Rund 2000 vollgepackte Umzugskisten sind dabei.

Damit hatten die Männer von der Spedition Coriand gar nicht gerechnet: Laut der bisherigen Planungen hieß es: Der Umzug der Trießnitzschule in das Ausweichquartier der Goetheschule soll bei laufendem Schulbetrieb erfolgen. Doch dann kam das Corona-Virus, und die Schulkinder wurden nach Hause geschickt. Das bedeutete freie Bahn für die Umzugsfirma, die fast zeitgleich mit dem Auszug der Schüler anrückte.

„Bis zum Freitag haben wir es auf jeden Fall geschafft“, zeigte ich Conny Coriand zuversichtlich. Etwa 20 Lkw-Ladungen müsse man dafür täglich bewegen, hat der Speditionschef ausgerechnet. Er und sein 25-köpfiges fest angestelltes Team, auf das er große Stück hält, kennen sich gut aus. Mehrere solcher Umzüge haben er und seine Männer in den vergangenen Jahren bereits bewerkstelligt. Da habe man schon ein gewisses Know-how, meint Coriand.

Gefahr der Ansteckung soll vermieden werden

Vier Kolonnen mit je vier Mitarbeitern habe er gebildet, die alle jeweils nur mit einem Fahrzeug unterwegs sein sollen – eine Vorsichtsmaßnahme wegen der Corona-Krise. Die Gefahr der Ansteckung durch ständigen Austausch der Teams und Fahrzeuge soll vermieden werden.

Die Logistik funktioniert bestens, wie gestern zu sehen war: Alle Möbel und Kisten sind mit unterschiedlichen Farbaufklebern versehen. Jede Farbe gehört in eine bestimmte Etage, wo sie dann vor Ort durch die Lehrer und den Hausmeister an die richtigen Stellen gelotst werden. Dafür sind immerhin fast 2000 Umzugskisten gepackt worden. Da haben auch die Schüler mitgemacht, berichtet die stellvertretende Schulleiterin Sabine Wolter: „Wir haben mit den Kindern viel über den Umzug gesprochen und dass wir vorübergehend in der alten Schule einziehen müssen, später dann aber in eine schöne und moderne Schule zurückziehen können.“

Auch sie hat noch jede Menge zu tun, gerade beim Einrichten ihres Werkraums sei noch viel Arbeit nötig. Materialien, Werkzeuge und vieles harren noch in den Kisten dem Auspacken. Und natürlich hofft Sabine Wolter auch auf den baldigen Wiederbeginn des Unterrichts für die rund 350 Kinder der Trießnitzschule. Mit dem Verlauf des Umzugs zeigte sie sich sehr zufrieden. Es habe sogar Wiedersehensfreuden gegeben mit drei Coriand-Mitarbeitern, die mal einstige Schüler von ihr waren.

Bis zur Wiederaufnahme des Schulbetriebs habe man zumindest etwas Zeit gewonnen zum Einrichten. Ein Chemiekabinett werde es übrigens nicht in der Ausweichschule geben, zum Chemieunterricht müssen die Schüler den Weg in die nahe gelegene Galileo-Schule nehmen, sagt Wolter. Aber alle anderen Fachkabinette werde man in der Goetheschule zur Verfügung haben. Die frühere Goetheschule in der Hugo-Schrade-Straße hat schon mehreren Schulen als Ausweichquartier gedient, zuletzt auch einem Teil des Berufsschulzentrums Göschwitz.

In der Trießnitzschule kann indes im April mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden. Rund 19 Millionen Euro hat die Stadt dafür veranschlagt, fünf Millionen sind vom Land Thüringen zugesichert. Entstehen sollen beim Umbau unter anderem eine Aula und eine Zwei-Felder-Sporthalle. Mit der Sanierung der Trießnitzschule hat die Stadt fast alle Schulen modernisiert.