Mit dem musikalischen Vorschlaghammer Barrieren in Jena einreißen

Jördis Bachmann
| Lesedauer: 2 Minuten
Auch die Band Gimpelakwa wird am Sonntag, 25. September, beim inklusiven Festival im Paradies-Café auf der Bühne stehen. 

Auch die Band Gimpelakwa wird am Sonntag, 25. September, beim inklusiven Festival im Paradies-Café auf der Bühne stehen. 

Foto: Gimpelakwa

Jena.  Tanzend ein Ziel vor Augen: Am 25. September lädt der Jenaer Verein AndersGleich ins Paradies-Café zum Festival für Menschen mit und ohne Behinderungen.

Da bahnt sich eine neue Veranstaltungstradition für Jena an, die es wagt, ganz neue Wege zu gehen und Barrieren einzureißen: Bereits im September 2021 hatte der Verein „AndersGleich“, der Inklusionsprojekte für junge Menschen mit und ohne Behinderung anbietet, ein inklusives Festival auf die Beine gestellt. Bands und Solo-Künstler mit Handicap standen auf der Bühne oder rollten im Rollstuhl über sie.

Für Musiktherapeut Steffen Landeck vom AndersGleich-Verein ist das ganz normal. Er musiziert regelmäßig mit gehandicapten Künstlern, beispielsweise im Projekt „Musikbaustelle“. Doch Inklusion ist kein Zustand, der bereits erreicht ist, sondern sollte ein gesamtgesellschaftliches Ziel sein, für das es sich lohnt einzutreten.

Dass der Weg zu diesem Ziel nicht immer steinig sein muss, sondern auch mit viel Spaß verbunden sein kann, zeigt die zweite Auflage des inklusiven Festivals, die am Sonntag, 25. September, ab 14.30 Uhr im Paradies-Café veranstaltet wird. Fünf Musiker und Bands werden dann auf der Bühne stehen und wollen ein hoffentlich zahlreich erscheinendes Publikum begeistern.

Dass die Zuschauer freien Eintritt haben, werde durch Sponsoren möglich, erklärt Steffen Landeck. Die ReCover-Stiftung, der Ortsteilrat Jena-Süd sowie der Fonds Soziokultur unterstützen die Veranstaltung.

Es gibt einen Mix aus lokalen und überregionalen Künstlern: „Gimpelakwa“ aus Leipzig beispielsweise bezeichnen ihre Musik als „wild east speed ska“. Sie verbinden schnellen Ska und starke Bläsersätze mit osteuropäischen Folk, Balkan, Klezmer, Reggae und Latin. Außerdem überraschen „Gimpelakwa“ mit eigenen Adaptionen klassischer Werke wie der „Ungarische Tanz Nummer 17“ von Johannes Brahms oder Melodien aus der Oper „Carmen“ von Bizet. Ebenfalls zu erleben sind die sechsköpfige Folkband „Baranbutz“ aus Dresden oder „Rockantrieb“ aus Berlin.

Der Initiator steht selbst auf der Bühne

Natürlich dürfen auch die lokalen Musikgrößen nicht fehlen: „Handycap“, bei der auch der Festival-Initiator Steffen Landeck selbst mit auf der Bühne steht, und schließlich die loop-liebende Luziluu, die in elektronische Klangwelten führt. Während des Festivals wird auch über die inklusiven Freizeitangebote des AndersGleich-Vereins in Jena informiert, Besucher können mit den Akteuren ins Gespräch kommen. Der Berliner Verein „Handiclapped“ hält kurze Impulsvorträge zum Thema „Inklusive und barrierefreie Veranstaltungskultur“.

Sonntag, 25. September, 14.30 Uhr bis 22 Uhr im Paradies-Café; Eintritt frei; barrierefreier Zugang