Mit den Fichten verschwinden die Großpilze rund um Jena

Ein Steinpilz, wie er im Buche steht.

Ein Steinpilz, wie er im Buche steht.

Foto: Andreas Knoll

Jena.  Arbeitsgruppe Artenschutz Thüringen warnt: Große Lücke durch klimabedingte Ausfälle im Jenaer Stadtwald

Die Arbeitsgruppe Artenschutz Thüringen warnt: Der klima- und borkenkäferbedingte Ausfall der Fichte wird eine große Lücke in die Jenaer Pilzflora schlagen. Jenas stadtnahe Wälder sind mit 1966 Großpilzarten und einem hohen Anteil an gefährdeten Pilzarten artenreicher als der Nationalpark Hainich. Und das, obwohl die Hänge des Saaletales noch vor rund 150 Jahren durch Überweidung waldfrei waren. Es gab Hecken an Wegen und in Taleinschnitten. Der stadtnahe Wald von Jena ist ein intensiv genutztes Gebiet. Die meisten der Pilzarten besiedeln mehr als eine Wirtsart, aber es gibt keinen Pilz, der auf allen im Jenaer Raum vorkommenden Gehölzen wächst.

Pilze verbunden mit Gehölzen

Etwa die Hälfte der Pilzarten ist verbunden mit Nadelbäumen, insbesondere Fichten, die nach der Eiszeit den Jenaer Raum früher als die Buche besiedelten. Die meisten Spezialisten unter den Pilzen, die nur eine Pflanzenart besiedeln, sind angewiesen auf Birke und Kiefer. Die Buche bewirtet zwar viele Pilzarten, aber diese kommen auch auf anderen Holzgewächsen vor. Die Wiederbesiedlung von Pilzen an Laubbäumen nach der Periode der Entwaldung vor 150 Jahren erfolgte offenbar von den Hecken aus. Nadelbäume gab es auch in der Zeit der Entwaldung.

Der Reichtum an Großpilzen im Jenaer stadtnahen Wald ist bedingt durch eine Vielfalt der Bewirtschaftung. Wo Staats-, Kommunal- und Privatwald eng verzahnt sind, wachsen die meisten Pilze, denn dort ist die Baumartenvielfalt am größten.

Die Datenbasis stammt von einer 30-jährigen georeferenzierten Pilzsammlung der Jenaer Pilzgruppe.