Monatelange Sperrung in Dorndorf-Steudnitz an der B88 soll abgewendet werden

Dorndorf-Steudnitz.  Bauarbeiten am Bahnübergang: Eine großräumige Umleitung in Dorndorf-Steudnitz könnte verhindert werden – die Vollsperrung in den Ferien aber nicht.

Am Bahnübergang Dorndorf-Steudnitz muss die marode Eisenbahnbrücke und der Fußgängertunnel abgerissen werden. Das bedeutet Einschränkungen für Autofahrer.

Am Bahnübergang Dorndorf-Steudnitz muss die marode Eisenbahnbrücke und der Fußgängertunnel abgerissen werden. Das bedeutet Einschränkungen für Autofahrer.

Foto: Katja Dörn

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Es ist eine der kniffeligsten Baustellen, die in diesem Jahr im nördlich von Jena ansteht: Die Deutsche Bahn will die marode Eisenbahnbrücke und Fußgängerunterführung an der Brückenstraße in Dorndorf-Steudnitz zurückbauen und müsste dafür ab 9. März die Bundesstraße 88 halbseitig sperren lassen. Nach erster Planung würde das für Autofahrer in Richtung Camburg monatelang eine Kilometerlange Umleitung bedeuten. Doch die Kommune versucht sich seit Wochen an einer Entschärfung der Sperrung – und könnte damit Erfolg haben.

Die Ursprungsplanung besagt, dass vom 9. März bis Ferienbeginn (20. Juli 2020) die vorbereitenden Arbeiten für den späteren Abbruch beginnen. Wie die Deutsche Bahn mitteilt, werden insbesondere Leitungen an der Eisenbahnbrücke gesichert und später umverlegt. Das dauert, weiß Matthias Bornschein, Ortsteilbürgermeister von Dorndorf-Steudnitz. Und weil das Baufeld eng ist, ist eigentlich angedacht, halbseitig zu sperren. In Richtung Jena rollt’s, nach Camburg muss umgeleitet werden – offiziell über die B7 in Richtung Trotz. Das wären über 40 Kilometer Umweg, sagt Bornschein.

Zur Einwohnerversammlung könnte Entscheidung fallen

Hier schritt die Gemeinde ein. Gerade für Schüler, die mit dem Bus fahren, wäre die längere Umleitung eine Zumutung. In den vergangenen Wochen wurden daher Gespräche mit allen Beteiligten geführt, um eine Lösung zu finden.

Nun kommt der Konjunktiv. Denn nach jetzigen Verhandlungen könnte es möglich werden, die halbseitige Dauersperrung bis Ferienbeginn zu verhindern. Die Lösung sieht vor, die Baustelleneinrichtung zu verlegen. So könnten dafür die Saalewiesen bei der Carl-Alexander-Brücke dienen, die von Jena über den Bahnübergang fahrend rechter Hand liegen und auf denen Weiden wachsen. „Das finale Okay fehlt aber noch“, sagt Bornschein. „Es gibt viele Faktoren, die geklärt werden müssen.“

Sowohl die Deutsche Bahn, deren beauftragte Baufirmen, als auch das Landratsamt und der Grundstückseigentümer haben einige Wörtchen mitzureden. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, sagt Bornschein.

Zur Einwohnerversammlung am Montagabend (17. Februar, 18.30 Uhr, Feuerwehrgerätehaus Camburg) hofft Bornschein auf das entscheidende Okay, da dann auch Vertreter der Deutschen Bahn anwesend sind und der entscheidende Satz fallen könnte: „Wir machen die bessere Lösung.“ Zuvor steht noch eine Bauberatung an.

Zwei Vollsperrungen sind erforderlich

Würde die Lösung gewählt, müsste temporär bis zu den Ferien mit kürzeren Einschränkungen gerechnet werden. „Ganz ohne Beeinträchtigungen ist das Nadelöhr nicht zu bebauen“, sagt Bornschein.

Unumgänglich dagegen sei die Vollsperrung in den Sommerferien. Die Deutsche Bahn will in dieser Zeit die Versorgungsleitungen vom abzureißenden Tunnel bis über die Saale auswechseln. Wegen der einzusetzenden Technik komme man dort nicht um die sechswöchige Sperre herum.

Gleiches Spiel im Jahr 2021: Vom 31. August bis 11. September kommt nichts durch – „kein Bus, keine Bahn, kein Auto“, sagt Bornschein. Wie auch die Deutsche Bahn bestätigt, müssen in dieser Zeit die Schienen herausgenommen werden, um die Eisenbahnüberführung abzureißen und einen Neubau einzurichten, ein Bahndamm entsteht.

All diese Arbeiten laufen zudem auf ein Ziel hinaus, das die Kommune seit Jahren verfolgt: am Bahnhof Dorndorf (Saale) die Fußgängerunterführung bis zu Bundesstraße zu verlängern. „Wir haben als Gemeinde immer Druck gemacht“, sagt Bornschein, schlussendlich fehlten aber die Eigenmittel. Nun sei dieser Deal zustande gekommen, da die Bahn die Brücke an der B88 ohnehin bauen lässt. „Das bedeutet einen Qualitätssprung bei der Zuwegung“, sagt der Ortsteilbürgermeister. Ihm schwebt sogar vor, den Bahnhof zum Pendlerknoten zu machen. Mit dem Auto bis Dorndorf-Steudnitz, mit der Bahn weiter nach Jena.

Bis die ersten Pendler die verlängerte Unterführung am Bahnhof nutzen können, ist aber noch etwas Geduld nötig. Der Plan laut DB besagt eine Eröffnung am 17. Juni 2022.

Einwohnerversammlung am Montag, 17. Februar, 18.30 Uhr, Feuerwehrgerätehaus Camburg

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