Mordfall Jena-Winzerla: Bundesgerichtshof bestätigt Urteil

Jena.  Nach dem Mord an einer Rentnerin in Jena-Winzerla ist das Urteil gegen einen 25-Jährigen nun rechtskräftig geworden.

Der Angeklagte beim Prozess im Gerichtssaal.

Der Angeklagte beim Prozess im Gerichtssaal.

Foto: Archiv-Foto: Tino Zippel

Das Urteil das Landgerichtes Gera gegen einen 25 Jahre alten Flüchtling nach dem Mord an einer Rentnerin in Jena-Winzerla ist rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat die Revision des Angeklagten zurückgewiesen.

Leiche der Rentnerin in Koffer gefunden

Die Leiche der 87 Jahre alten Frau war im Januar 2019 im Keller des Appartementhauses in Jena-Winzerla gefunden worden, in dem die Rentnerin und der Täter auf einem Flur wohnten. Der Leichnam der alten Dame wies multiple Verletzungen auf und war in einem Koffer versteckt. Der Flüchtling hatte behauptet, ein Geldeintreiber habe die Frau vor seinen Augen getötet.

Das Landgericht Gera verurteilte den Mann zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Zudem stellte die erste Strafkammer unter Vorsitz von Uwe Tonndorf die besondere Schwere der Schuld fest. Damit wird die vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren erschwert.

Mord, um Betrug zu verdecken

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der aus Afghanistan stammende Flüchtling die Seniorin in Jena-Winzerla umgebracht hat. Er habe damit einen geplanten Betrug verdecken wollen. So habe der Mann im Nachgang versucht, Geld vom Konto des Enkels der Rentnerin auf sein Konto zu überweisen. Damit sind nach Auffassung des Gerichtes die Mordmerkmale der Habgier und der Verdeckung erfüllt.

Bei einem Mord besteht kein Ermessensspielraum im Strafmaß, sondern wird generell eine lebenslange Freiheitsstrafe verhängt. In einem aufwendigen Verfahren hatte das Gericht das Alter des Angeklagten feststellen lassen. Nach dem Ergebnis kam eine Verurteilung auf Basis von Jugendstrafrecht nicht in Betracht.

Angeklagter hatte Unschuld beteuert

Die Anträge in dem Verfahren waren weit auseinander gegangen. Die Staatsanwaltschaft forderte eine lebenslange Freiheitsstrafe und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Dem schlossen sich beide Nebenklage-Vertreter an. Die Verteidigung sah das Ergebnis der Beweisaufnahme aber anders und beantragte einen Freispruch. Der Angeklagte untermauerte in seinem letzten Wort, dass er unschuldig sei und es später beweisen wolle, dass er seine Nachbarin nicht umgebracht habe.