Nach 50 Jahren neue Infotafel an Jenas Horizontale

Jena.  Eine neue Infotafel wurde an der Jenaer Horizontale oberhalb der Sophienhöhe angebracht. Möglich gemacht hatte das der private Spender Andreas Wolf.

Einweihung der neuen Infotafel an der Horizontale, links Stifter Andreas Wolf, daneben André Bachmann, der die Tafel montierte, vorn rechts Stadtförster Olaf Schubert und Zeitzeuge Lothar Lepper.

Einweihung der neuen Infotafel an der Horizontale, links Stifter Andreas Wolf, daneben André Bachmann, der die Tafel montierte, vorn rechts Stadtförster Olaf Schubert und Zeitzeuge Lothar Lepper.

Foto: Foto: Michael Groß

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Wer kennt sie nicht – die Horizontale, jener Wanderweg, der sich rings um Jena und darüber hinaus mit all seinen tollen Blicken auf das Saaletal entlang schlängelt. Die Horizontale als heimatkundlicher Lehrpfad besitzt 25 extra ausgewiesene Aussichtspunkte. Und ein ganz besonders schöner ist der, den man recht schnell vom Ende der Kernbergstraße oberhalb der Sophienhöhe erreicht. Dieser Punkt hat jetzt eine nagelneue Kupfertafel erhalten, die Auskunft gibt über all das, was man von hier aus sehen kann. Eine Tafel, die eine besondere Geschichte besitzt.

Vorgängerin war 50 Jahre alt

Die jetzt angebrachte Tafel hatte nämlich eine Vorgängerin aus dem Jahr 1969. Tatsächlich ist es fast genau 50 Jahre her, da an jener Stelle der Mittleren Horizontale eine kupferne Informationstafel angebracht wurde. Einer, der sich noch gut daran erinnern kann, ist Lothar Lepper. Er war zu jener Zeit Vorsitzender der Jenaer Heimatfreunde, die im Kulturbund der DDR organisiert waren.

Damals wurde auf vielfachen Wunsch und mit Unterstützung des VEB Carl Zeiss Jena und der Heimatfreunde eine kupferne Infotafel installiert, was Schlossermeister Alfred Rößler besorgte. Und sie habe all die Jahrzehnte durchgehalten, wie Lepper stolz berichtet. Er hat übrigens schon 1970 gemeinsam mit Wolfgang Heinrich ein Heft im Wartburg-Verlag über die Horizontale als Lehrpfad herausgebracht. Freilich sei die Tafel in die Jahre gekommen und habe manche Beule davon getragen. Einiges sei auch nicht mehr gut auf ihr zu lesen gewesen.

Und hier kam nun der passionierte Freizeitläufer Andreas Wolf ins Spiel, der wie viele anderen Jogger die Horizontale sehr schätzt. Oft sei er hier vorbeigekommen, und immer wieder habe es ihn gegrämt, dass die Tafel noch keine Erneuerung gefunden habe. So nahm er schließlich das Heft selbst in die Hand. Gesagt, getan.

Andreas Wolf initiierte eine Neuanfertigung der Tafel und gewann dafür die Jenaer Feinblech GmbH von Thoms Bachmann für die gemeinsam mit Wetzel Industriebeschriftung erfolgte Ausführung. Sein Sohn und Firmenmitarbeiter André montiert dann die Tafel vor wenigen Tagen an Ort und Stelle. Ihr Inhalt wurde auch ein wenig aufgefrischt. Denn vor 50 Jahren gab es natürlich noch nicht die Hinweispunkte zur Goethe-Galerie oder zum Jentower. Und der Bismarckturm hieß noch Turm der Jugend.

Vierstellige Summe hingelegt

So eine Tafel kostet natürlich auch etwas. Aber Andreas Wolf ließ sich davon nicht abschrecken. Er entschloss sich, die neue Tafel zu sponsern. Die Höhe des Betrages möchte Wolf nicht verraten. Aber ein höherer vierstelliger Betrag sei es schon, den er dafür investieren musste.

Die städtische Forstverwaltung unterstützte das gemeinsam mit der Überbetrieblichen Ausbildungsgellschaft, indem sie für eine Aufwertung des Umfeldes sorgten, also das Geländer reparierten und neu anstrichen sowie eine neue Bank aufstellten.

Auch Stadtförster Olaf Schubert freut sich, dass dank dieser privaten Förderung die neue Tafel möglich geworden ist. Er nahm auch dankend die abmontierte alte Tafel entgegen. Sie soll im Archiv des Jenaer Forstes einen würdigen Platz finden, natürlich versehen mit ihrer kompletten Geschichte, wozu es auch bald ein Gespräch von Schubert mit dem Zeitzeugen Lepper geben soll.

Dank für die ehrenamtliche Arbeit der vielen Mitglieder in den Jenaer Berggesellschaften

Solche Glücksfälle passieren nicht alle Tage, weiß Schubert nur zu gut. Um so größer ist eine Wertschätzung für diese Spende, aber auch für die ehrenamtliche Arbeit der vielen Mitglieder in den Jenaer Berggesellschaften zum Erhalt des großen Wanderwegenetzes rund um Jena.

Er wie auch alle anderen Beteiligten hoffen nun auf ein langes Leben der Infotafel, die sogar extra noch mit einer Schutzschicht überzogen wurde. Laut Bachmann werde sie sich auch kaum noch verfärben, also nicht so dunkelgrau werden wie die alte Tafel.

Die neue Tafel gibt übrigens Auskünfte darüber, dass sich der Aussichtspunkt 300 Meter über dem Meeresspiegel und 70 Meter unter dem Kernbergplateau befindet, und dass der Wanderer, der hier die Aussicht genießt, innerhalb der „Felsgürtel“ im Wellenkalk des Unteren Muschelkalks steht.

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