Dreister Kerzendiebstahl in der Jenaer Nordschule

Es waren keine Gelegenheitsdiebe, die 14 große LED-Leuchten aus dem Weihnachtsfoyer mitnahmen. Kinder und Eltern sind traurig über den dreisten Kerzenraub.

Das dunkle Weihnachtsfoyer der Nordschule. Nur drei LED-Kerzen sind zurückgeblieben. Der Rest wurde gestohlen. Schüler der 2b begutachten den Schaden. 

Das dunkle Weihnachtsfoyer der Nordschule. Nur drei LED-Kerzen sind zurückgeblieben. Der Rest wurde gestohlen. Schüler der 2b begutachten den Schaden. 

Foto: Thomas Beier

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Jena Zum 1. Advent werden am Sonntag überall die Kerzen angezündet. An der Nordschule sind sie ein paar Tage zuvor ausgegangen. Vermutlich waren es Gäste der Schule, die 14 ziemlich teure LED-Wachskerzen nebst Batterien gestohlen haben.

Die ganze Dramatik dieses Vorfalles kann nur verstehen, wer das Weihnachtsfoyer der Nordschule schon beleuchtet gesehen hat. Es bleibt nun zum ersten Mal dunkel, wenn sich die Kinder hier in der Adventszeit zum Weihnachtssingen treffen.

Schulleiterin Uta Schuster stellte gestern daher einen Vergleich zum Kunstraub in Dresden her. Hier wie da gab es offenbar eine Planung des Diebstahls. Am Dienstag dieser Woche, bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung zum Konzept der Schule, waren nämlich die ersten vier Kerzen verschwunden. Zu diesem Zeitpunkt waren abends keine Schüler im Haus. Der Schulleiterin sind die dunklen Stellen im Foyer sofort aufgefallen. Sie hatte den Flur nämlich wie jedes Jahr dekoriert. Sie schrieb den Schaden zunächst ab.

Zwei Tage später, am Donnerstag zwischen 12 und 12.30 Uhr, verschwanden aber zehn weitere Kerzen. Der Täter wusste offenbar, wann es ruhig auf den Gängen ist. „High Noon“ ist die Essenspause zu Ende, und die fünfte Stunde beginnt. Möglicherweise musste sich der Unbekannte auch ein Behältnis mitbringen, um die großen Kerzen abzutransportieren. Gab es sogar ein Fluchtfahrzeug? Auf jeden Fall hatte er es eilig, denn er bemerkte nicht, dass sich bei einer Kerze das Batteriefach öffnete und drei Batterien (Typ AAA) herausfielen. Die Variante Schülerstreich scheidet aus, denn allein schon aufgrund der Kerzengröße dürfte ein Grundschüler kaum zehn Kerzen einstecken können.

Der materielle Schaden liegt bei etwa 150 Euro, wobei die Batterien da noch nicht eingerechnet sind. Die Kerzen wurden aus dem Schulbudget gekauft. Die nahe liegende Alternative, einfach richtige Kerzen zu nehmen, die preiswerter sind und schöner leuchten, funktioniert nicht, da offenes Feuer an der Schule nicht ohne Aufsicht brennen darf.

So einfach hinnehmen will die Schule den Vorfall jetzt nicht. Möglicherweise dachte der Täter ja, es handele sich um Leihgaben für die Weihnachtszeit. Dann möge er sie jetzt zurückbringen, so Uta Schuster.

Im Weihnachtsfoyer plant die Schule in diesem Jahr neun Konzerte. Die Klassen gestalten jeweils abwechselnd das Programm. Um die weihnachtliche Dekoration der Schule haben sich die Jahrgänge abschnittsweise gekümmert. Eine Besonderheit ist der Weihnachtsbaum, der direkt im Eingangsbereich steht. Den sponsert jedes Jahr eine Familie, deren Kinder der Nordschule längst entwachsen sind.

Am gestrigen Freitag gab es dann doch einen schönen Moment für die Schulleiterin. Eine Mutter aus der 2b brachte ihr am Morgen eine Kiste mit drei neuen LED-Kerzen. Und es ward schon wieder etwas mehr Licht im Weihnachtsfoyer.

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