Nächster Haltepunkt Jena-Oelste

Jena.  Lutz Liebschers Eisenbahn-Vorstoß im Norden der Stadt stößt bei der Landesregierung auf viele Bedenken. Verschiebung des Haltepunktes Zwätzens wird sehr teuer.

Landtagsabgeordneter Lutz Liebscher bei der Ankunft einer Regionalbahn am Haltepunkt Jena-Zwätzen. Der Eisenbahn-Haltepunkt ist gut besucht, obwohl nur einmal pro Stunde in jede Richtung ein Zug fährt.

Landtagsabgeordneter Lutz Liebscher bei der Ankunft einer Regionalbahn am Haltepunkt Jena-Zwätzen. Der Eisenbahn-Haltepunkt ist gut besucht, obwohl nur einmal pro Stunde in jede Richtung ein Zug fährt.

Foto: Thomas Beier

Landtagsabgeordneter Lutz Liebscher (SPD) kann als der Reiseonkel unter den Jenaer Politikern gelten. Nach der Betriebsaufnahme des Nacht-IC von Jena nach Wien setzte er sich als einer ersten in den Zug für eine politische Erkundungsfahrt. Diesmal war der Eisenbahn-Haltepunkt Jena-Zwätzen sein Ziel. Nach Auffassung des Landtagsabgeordneten lässt sich hier mehr rausholen. Und dies tue Not, denn „Am Oelste“ entstehe das wohl derzeit größte Neubaugebiet im Wohnbau im Freistaat Thüringen, sagt Liebscher. Aber die Anbindung sei schlecht.

Nach Liebschers Wahrnehmung bietet sich Saalbahn als schnelle Möglichkeit zur Verbesserung der Nahverkehrsversorgung der zukünftig voraussichtlich mehr als 3000 Einwohner im Umkreis geradezu an. Warum nicht einen zusätzlichen Saalbahn-Halt „Am Oelste“ einplanen? Das mache auch zusätzlich zur Straßenbahn Sinn, um viele motorisierte Pendler für den ÖPNV zu begeistern.

Einmal pro Stunden hält derzeit in Zwätzen in jede Richtung ein Zug. Der eine fährt fast wie eine S-Bahn mit Halt am Saalbahnhof, Paradies, Göschwitz weiter bis Saalfeld, der andere fährt bis nach Halle/Saale. Alle anderen Züge sind Eilzüge und fahren durch. Doch selbst das eher schwache Angebot wird angenommen von den Menschen. So machen sich auch Mitarbeiter des „Saaleparks“ auf den Weg zum Haltepunkt.

Liebschers „Kleine Anfrage“ im Landtag beantwortete Staatssekretärin Susanna Karawanskij (Linke). Sie machte Liebscher wenig Hoffnungen. „Derzeit ist ein zusätzlicher Zughalt im Fahrplan leider nicht realisierbar, da die Fahrzeit aufgrund infrastruktureller Restriktionen zu knapp bemessen ist“, sagte sie. Eine Verschiebung des bestehenden Haltepunktes nach „Oelste“ wäre zwar möglich. Doch lässt sich das nach Auffassung der Staatssekräterin nicht rechtfertigen. Erstens weil auch Reisende an der heutigen Stelle einsteigen wollen. Zweitens weil der Haltepunkt Zwätzen erst vor einigen Jahren von der Bahn mit neuen Bahnsteigen versehen worden ist. „Es ist davon auszugehen, dass auch Rückzahlungsverpflichtungen für die bisher am Haltepunkt Jena-Zwätzen getätigten Investitionen an den Bund entstehen, die durch den Verursacher zu tragen wären.“

Für Lutz Liebscher ist das letzte Wort in der Sache noch nicht gesprochen. Er sagte es und stieg in den nächsten Zug, um über Jena-Göschwitz in einer Stunde nach Erfurt zu fahren