Örtliche Zucker-Krise hat ihr Zentrum in Jena-Nord

Jena.  Wegen Corona-bedingten Vorratskäufen müssen Kunden in Jena vorerst auf gewöhnlichen Zucker verzichten. Insgesamt besteht aber kein Mangel.

Lücken im Sortiment: In der Nische stand im Kaufland Jena-Nord bislang die Palette  mit dem Zucker. Gewürfelt oder als Kandis bekamen die Kunden am Montag aber Süßes. Also: Kein Grund zur Sorge!

Lücken im Sortiment: In der Nische stand im Kaufland Jena-Nord bislang die Palette  mit dem Zucker. Gewürfelt oder als Kandis bekamen die Kunden am Montag aber Süßes. Also: Kein Grund zur Sorge!

Foto: Thomas Beier

Für die Mitarbeiter der Jenaer Supermärkte begann die Woche arbeitsreich: Nach den Corona-bedingten Vorratskäufen der Kundschaft mussten weiterhin Regale nachgefüllt werden. Das Zucker-Regal im Kaufland Jena-Nord blieb aber leer. Frage eines Kunden am Montag ebendort. „Wann gibt es wieder Zucker?“ Antwortet der Mitarbeiters: „Im Moment gibt es keinen Zucker. Und wenn es welchen gibt, ist die Palette in zwei Stunden leer.“ Und das will etwas heißen, denn auf eine Euro-Palette passen 840 Ein-Kilo-Pakete.

Ansonsten waren am Montagmorgen Gemüse-Konserven mit „feinen Bohnen“ und den „sehr feinen Erbsen“ aus. Wieder vorrätig waren Büchsensuppen aller Art, auch hier hatte es zuletzt Hamsterkäufe gegeben. Die Nudeln eines Markenherstellers waren fast komplett ausverkauft, das könnte aber auch am aktuellen Sonderangebot gelegen haben.

Kaufland: Warenversorgung ist grundsätzlich gewährleistet

Kaufland-Sprecherin Anna Münzing sagte zu dem Zucker-Mangel der Redaktion: „Derzeit werden in einigen unserer Filialen Grundnahrungsmittel wie Zucker, Nudeln und Konserven sowie Hygieneprodukte stark nachgefragt.“ Aufgrund des großen Sortiments sei die Warenversorgung jedoch grundsätzlich gewährleistet. Gemeinsam mit Lieferanten arbeite man daran, diese weiterhin sicherzustellen. Im Nachbar-Supermarkt, bei Aldi in der Altenburger Straße, gab es Montagmorgen Zucker. Dafür war das Regal mit dem günstigen Toilettenpapier leer. Ansonsten mühten sich die Mitarbeiter augenscheinlich, die anderen Regale besonders voll wirken zu lassen. Zudem zeigten sie Einlagen für die Kundschaft, um gute Laune zu verbreiten. Ein Mitarbeiter kletterte auf den Packtisch, weil er Werbung ins Schaufenster hängen wollte, und scherzte zu einem älteren Kunden: „Das ist mein Tabledance für alle Ü60“.

Bei Rewe in der Leipziger Straße lagen noch einige Päckchen vom normalen Zucker im Regal. Bestimmte Reissorten fehlten und viele Brotbackmischungen waren aus.

Zum Zucker-Problem bei Kaufland sagte Leser Bertram Jecke bei Rewe: „Das ist ganz viel Psychologie im Spiel!“ Solange ganz viel im Regal liege, würde weniger gekauft. Er regte an, wie vor einigen Monaten bei der Butterpreis-Krise, nur noch fünf Päckchen pro Kunde abzugeben.

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