Ohne Vermarkter: FC Carl Zeiss Jena hofft auf höhere Sponsorenerlöse

Jena.  Fußball-Drittligist trennt sich von Lagardère und will eigenes Team aufbauen. Im Landespokal träumt der FCC von einem Finale in Jena.

René Eckardt (links) im Zweikampf mit Carlo Preller vom FC An der Fahner Höhe.

René Eckardt (links) im Zweikampf mit Carlo Preller vom FC An der Fahner Höhe.

Foto: Sascha Fromm

Der FC Carl Zeiss Jena hat die Trennung vom Sportvermarkter Lagardère zum Monatsende bekanntgegeben. Allerdings scheiden die Partner nicht per Kündigung des Drittligisten voneinander, sondern sie haben sich auf eine Vertrags­auflösung verständigt.

Lagardère war im Jahr 2012 eingestiegen und hatte nach einer Einmalzahlung an den FC Carl Zeiss die Vermarktung übernommen. Die Jenaer versprachen sich von der Sportrechteagentur, die damals noch Sportfive hieß, höhere Vermarktungserlöse und vor allem überregionale Sponsoren. Letztlich zeigte sich, dass wie zuvor das Unterstützerpotenzial vor allem in der Region liegt. Der FCC wollte deshalb eine mögliche Lücke im Vertrag nutzen und kündigte die Vereinbarung nach dem Vorbild des Karlsruher SC, der allerdings vorige Woche den darauffolgenden Rechtsstreit mit Lagardère erst­instanzlich verloren hat.

Fehlender Stadionneubau als Bremsschuh

In Jena verzichten beide Parteien darauf, den Weg zum Gericht zu suchen, nachdem sie sich beim finalen Gespräch auf die Auflösung verständigt haben. Über finanzielle Ausgleichszahlungen seitens des FC Carl Zeiss wurde nichts bekannt. Hendrik Schiphorst vom Vermarkter begründet die Trennung damit, dass der von Beginn an versprochene Stadionneubau bis heute nicht umgesetzt sei.

Der Geschäftsführer des FC Carl Zeiss, Chris Förster, wiederum freut sich, dass nach den Rechten für Fanartikel nun auch die Vermarktung wieder in der Hand der Spielbetriebsgesellschaft liegt. Der FCC will ein neues Team zusammenstellen, um die Sponsoren zu werben, sie noch näher einzubinden und sich als Plattform fürs Netzwerken zu etablieren, wie Förster erläutert. „Zudem möchten wir den Trend fortschreiben, die Vermarktungserlöse weiter zu erhöhen“, sagt der Geschäftsführer. Helfen wird sicherlich, dass von den Sponsorengeldern künftig keine Provisionen an den Vermarkter abfließen. Einzukalkulieren sind aber Personalkosten durch eigene Mitarbeiter.

Thüringenpokal-Finale in Jena

Unterdessen müssen sich die Jenaer bis Anfang Februar gedulden, um den Gegner im Halbfinale des Thüringenpokals zu erfahren. „Mein Wunschgegner heißt FSV Martinroda“, sagt Förster. Im Lostopf liegen aber auch die Regionalligisten FC Rot-Weiß Erfurt und Wacker Nordhausen. Fest steht laut Förster bereits: Sollte der FC Carl Zeiss ins Finale einziehen, findet das Spiel im Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena statt. Das sei mit dem Thüringer Fußball-Verband vereinbart als Ausgleich für die zuvor drei Finalspiele im Steigerwaldstadion.

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