Ostbad Jena: Von 0 auf 200 in 30 Minuten!

Thomas Beier
Die erfrischende Dusche gehört zum Freibadbesuch, wie der Jenzig (Hintergrund) nach Jena-Ost.

Die erfrischende Dusche gehört zum Freibadbesuch, wie der Jenzig (Hintergrund) nach Jena-Ost.

Foto: Thomas Beier

Jena.  Die ersten Gäste des Tages sind im Freibad längst nicht mehr unter sich. Wie ein heißer Sommertag im Jenaer Ostbad beginnt.

„Huch, ist das schon voll hier!“ Stammgäste des Jenaer Ostbades staunten am Mittwoch nicht schlecht. Schon kurz nach 9 Uhr war das Becken voll. 200 Leute waren nach einer halben Stunde am Drehkreuz vorbei.

Stammgäste wie Gustav Karl Herrmann Tiller sagten, vor ein paar Tagen war das noch anders. Größte Besuchergruppe waren Kinder. Entweder mit den Großeltern, wie Felix, der gleich noch Henri und Hanno, seine beiden Cousins aus Köln, mitgebracht hatte, oder schulweise. Neben den Ferienkindern aus der Heineschule gehörten Dualingo-Schüler zu den Frühstartern. Deren besonderes Erkennungszeichen waren nummerierte blau-weiße Badekappen.

Zu den Neuerungen der Saison gehört eine Bankenoffensive mit mehr Bänken rings um das Becken. Einige Bänke tragen die Aufschrift Seniorenbank, womit Bäderchefin Susan Zetzmann einen Wunsch älterer Schwimmer erfüllte.

Stammgästen fällt überdies auf, dass im Ostbad ein Schandfleck verschwunden ist. Die in die Jahre gekommene und zuletzt von Schlingpflanzen überwucherte Trampolinanlage ist verschwunden. Längerfristige Verträge verhinderten ein frühzeitigeres Ordnungschaffen durch die Bädergesellschaft. Was gibt’s Neues für die Jüngsten? Der kostenlose Ferien-Eintritt für Gäste bis 14 Jahre erweist sich als Renner, wobei die Bädergesellschaft bereits angekündigt hat, dass dies 2023 so weitergehen könnte, insofern sich ein neuer Sponsor findet. Dieses Jahr ist das Jenawohnen.

Kindern und Jugendlichen mehr „Action rund ums Wasser“ zu bieten, hatte Bäderchefin zuletzt als ein längerfristiges Ziel der Bäderentwicklung genannt. Eine XXL-Rutsche, einen „Surfhill“ oder einen Wasserspielplatz nannten Ferienkinder gestern als Wünsche.

Über die wachsende Bedeutung des Schwimmens dachte Sportlehrer Timo Haueisen nach. Er kam zu dem Schluss: „Weil die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben verschwimmen, werden flexibel ausübbare Individualsportarten wie Schwimmen oder Radfahren immer beliebter.“