Parkour in Jena – Stadt sucht Platz für eine Anlage

Jena  Lobdeburgschüler nähern sich der Trendsportart Parkour – Stadt sucht Platz für Anlage

Auf den Geschmack gekommen: Lobdeburgschüler üben Parkour.

Auf den Geschmack gekommen: Lobdeburgschüler üben Parkour.

Foto: Frida Preuß

Saltos an der Wand und Sprünge aus luftiger Höhe standen für die Schüler der Lobdeburgschule in dieser Woche auf dem Stundenplan. Im Sportunterricht sollten sie einen Eindruck von der Trendsportart Parkour bekommen. Dabei gilt es, Hindernisse sportlich zu überwinden, im städtischen Raum sind das meist Mauern, Wände und Geländer.

Die Idee, das Ganze in die Turnhalle zu verlegen, kam den Sportlehrern Florian Poser und Christoph Buschner während ihre Staatsexamens. „Wir wollten den Horizont der Schüler erweitern und etwas Neues ausprobieren“, sagt Buschner. In den Winterferien entwickelten er und sein Kollege eine digitale Anleitung für die Übungen. Die Schüler können nun auf dem Tablet das Regelwerk und erklärende Videoausschnitte aufrufen, bevor sie die Bewegungsabläufe ausprobieren. „Am Anfang ist es schwer, man muss sich durchkämpfen“, sagt der Siebtklässler Hassan Yabrak. „Aber nach ein paar Versuchen klappen die Sprünge und es macht richtig Spaß.“ Das Projekt soll die Jugendlichen motivieren, die Sportart auch in ihrer Freizeit zu verfolgen, sagen die Sportlehrer. Nick Freund (14) hat das bereits ein paar Mal ausprobiert. „Leider gibt es draußen nicht viele Möglichkeiten.“ Genau dort setzt eine Initiative des Jugendzentrums Polaris an: Zusammen mit einer Gruppe junger Traceure, so nennen sich die Sportler, engagiert sich die Einrichtung für eine Parkour-Anlage in Jena. Nach einer Jugendversammlung im Januar 2017 sagte die Stadt ihre Unterstützung zu. 90.000 Euro seien für das Projekt eingeplant, sagt Sportdezernent Benjamin Koppe (CDU).

Momentan laufe die Suche nach einem geeigneten Platz. Die Anlage solle etwa 300 Quadratmeter groß sein und möglichst im Jenaer Norden liegen, sagt Polaris-Leiterin Inga Riedel. „Im Paradiespark gibt es schon genug Aktivitäten; wir müssen auch die Stadtteile fördern.“

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