Parkplatz-Chaos am Jenaer Allende-Platz

Jena.  Der Parkplatz ist seit Wochen tagsüber belegt, weil eine Parkuhrpflicht fehlt. Die Anwohner können sich Hoffnung machen, dass sich die Situation verbessert.

Wochentags einen Parkplatz am Salvador-Allende-Platz zu bekommen, ist nur mit viel Geduld möglich. Weil es wieder keine Parkraumbewirtschaftung mit zeitlicher Begrenzung gibt, nutzen besonders Klinik-Mitarbeiter und -Gäste das Areal zum kostenlosen Abstellen ihrer Wagen.

Wochentags einen Parkplatz am Salvador-Allende-Platz zu bekommen, ist nur mit viel Geduld möglich. Weil es wieder keine Parkraumbewirtschaftung mit zeitlicher Begrenzung gibt, nutzen besonders Klinik-Mitarbeiter und -Gäste das Areal zum kostenlosen Abstellen ihrer Wagen.

Foto: Foto: Katja Dörn

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Auf dem Salvador-Allende-Platz in Lobeda-Ost hat sich tagsüber ein Kreisverkehr etabliert. Immer wieder drehen Parkplatz-Suchende ihre Runden in der Hoffnung nach einer Lücke, die sich auftun könnte. Zufahrten und Anlieferzonen werden blockiert.

Parkplatzsuche zerrt an den Nerven der Menschen aus Jena

Das zerrt besonders an den Nerven derjenigen, die in den umliegenden Geschäften einkaufen wollen oder einen Termin in einer nage gelegenen Praxis haben.

Für die Lobedaer ist die Situation derzeit mehr als unbefriedigend. „Egal, mit wem man sich in Lobeda unterhält, alle schimpfen über diese unmöglichen Zustände“, schreibt uns Leser Klaus Ehrlich. Für Fußgänger werde es bisweilen gefährlich wegen der rotierenden Autofahrer.

Situation ist für Außenstehende konfus

Dabei ist die Lösung so einfach: Ein Parkraumbewirtschafter müsste nur wieder Schilder aufstellen, die auf eine zeitliche Parkbegrenzung hinweisen. Das gab es zwischenzeitlich auch, weshalb die Situation für Außenstehende besonders konfus erscheint. Innerhalb eines Jahres entwickelte sich ein regelrechtes Bäumchen-wechsle-dich-Spiel.

Erst war der Platz mit Parkscheibe eineinhalb Stunden nutzbar, dann wurden im Frühjahr die Schilder entfernt – und das erste Chaos trat ein. Zwischen dem Parkraumbetreiber „Fair Parken“ und den beiden Eigentümer des Areals habe es Streit gegeben, hieß es damals.

Anfang Oktober tauchten Schilder von „Park & Control“ auf, die das Parken mit Parkscheibe auf zwei Stunden begrenzten. Doch auch die verschwanden nach kurzer Zeit wieder.

Meine Meinung: Wunschliste für Parker in Lobeda-Ost

„Irgendetwas muss passieren“, sagt auch Ortsteilbürgermeister Volker Blumentritt, der täglich Beschwerden erhält und die Hintergründe der wechselnden Parkraumbewirtschaftung nicht kenne.

Das Problem: Das Areal ist in privater Hand und gehört zwei Gesellschaften, die Stadtverwaltung könne „rechtlich nichts machen“. Er leite dennoch alle Beschwerden an die Stadt weiter in der Hoffnung, dass sich doch ein Weg findet. Die Stadt hat zuletzt zumindest die nahe Ziegesarstraße als Anwohnerpark-Zone ausweisen können.

Das Thema zieht sich schon seit dem Umzug des Klinikums nach Lobeda-Ost, 6000 Mitarbeiter arbeiten dort. Von seiner Wohnung aus könne Blumentritt täglich beobachten, wie Personen am Allende-Platz parken und in die gegenüberliegende Klinik laufen. Verboten ist es nicht – und es ist günstiger als das Abstellen des Wagens im bezahlpflichtigen Klinik-Parkhaus.

Falschinformation zu Sensortechnologie

Informationen bei „Park & Control“ zu erhalten, gestaltet sich schwierig. Eine externe Agentur übernimmt die Kommunikationsarbeit, die sich einen Fauxpas erlaubt hat. Anfang Oktober wurde per Pressemitteilung verlautet, dass „Park & Control eine „innovative Sensortechnologie“ am Allende-Platz installiert hat, die überwachen soll, wer wie lange parkt. Allerdings wurde eine solche Technik nie eingebaut, heißt es jetzt von der Agentur.

„Die Sensoren sind nicht im Einsatz, das möchte ich hiermit korrigieren“, sagt die Sprecherin auf Nachfrage. Die Falschmeldung sei intern entstanden.

Warum zwischenzeitlich der Parkplatz bewirtschaftet wurde und jetzt wieder nicht, ließ die Sprecherin unbeantwortet. Eines könne sie aber sagen: „Im Januar kommt der Vertrag mit ‚Park & Control’ erst zustande, so dass ab Mitte Januar wieder Schilder mit der Zeitbeschränkung stehen sollen.“

Die Parkscheibe sei dann Pflicht, wer dann länger als zwei Stunden steht, erhält ein Knöllchen. Ob die Lösung von Dauer ist, wird sich zeigen.

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