Peters Tagebuch vom FCC-Trainingscamp: Mit A321 zur Mission Klassenerhalt

Die Laune ist gut, die Stimmung heiter. Der FC Carl Zeiss Jena ist zum Trainingslager nach Antalya gereist. OTZ-Redakteur Peter Hagen berichtet vom Flug: mit dem Airbus zur Mission Klassenerhalt.

Die Fußballer des FC Carl Zeiss Jena sind am Dienstag vom Nürnberger Flughafen aus ins Trainingslager gestartet. Es geht in die Türkei.

Die Fußballer des FC Carl Zeiss Jena sind am Dienstag vom Nürnberger Flughafen aus ins Trainingslager gestartet. Es geht in die Türkei.

Foto: Peter Hagen

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Der Airbus 321 hat seine Reiseflughöhe von 10.000 Metern erreicht, die Anschnallzeichen sind erloschen und der Passagier erwartet für gewöhnlich den Bordservice. Da erhebt sich überraschend zwei Reihen vor mir Uwe Dern, Mannschaftsleiter des FC Carl Zeiss Jena, öffnet eine Tüte mit süßem Gelee und macht sich auf den Weg. Statt früherer Stewardess-Frage „Tee oder Kaffee?“ gibt’s also Thüringer Herzlichkeit.

Die Laune ist gut, die Stimmung heiter. Zumal über den Wolken die Sonne scheint. Mit halbstündiger Verspätung war der Flieger in Nürnberg gestartet und damit die Mission Klassenerhalt, für die es keineswegs zu spät ist. Auf die 25 mitgereisten Spieler warten nicht blaues Meer, gelbe Sonne und weißer Strand, um sich Cocktails schmecken zu lassen, sondern hartes Training, Taktikschulung und geplante drei Testspiele. Uwe Dern kommt nach einigen Minuten wieder durch die Reihen. Diesmal mit einer erlesenen Auswahl an Lesestoff in der Hand: OTZ, Spiegel, Stern - wer mag, kann zugreifen. „Ich bin für die Mannschaft da“, sagt er bescheiden und ist im Flieger vor allem erstmal froh, „dass alle drin sind“. Dazu gehören auch 200 Kilo Übergepäck, verstaut in robusten Kisten, die einzeln nicht schwerer als 32 Kilo sein dürfen. Aus dem Vorrat der medizinischen Abteilung müssen daher einige Pfunde in die drei Säcke mit den Bällen umgeladen werden. Und die Bälle dürfen nicht aufgepumpt sein - natürlich nicht aus Gründen des Gewichts, sondern wegen „Explosionsgefahr“ im Gepäckraum.

Noch einmal kommt Uwe Dern durch die Reihen. Diesmal mit als historisch zu bewertenden Programmheften des FC Carl Zeiss Jena - seines FC Carl Zeiss Jena, wo er jetzt genau seit 20 Jahren als Mannschaftsleiter arbeitet. Im Januar 2000 übernahm Uwe Dern die Teamleitung, als der Trainer Slavko Petrović hieß. „Damals hatten wir ein Fünftel des Gepäcks von heute dabei“, erinnert sich Uwe Dern an das 2000er Trainingslager in der Türkei. Und damals hatte die Mannschaft die schwere Bürde, als Tabellen-16. in der Regionalliga Nord nicht die direkte Qualifikation für die neue, zweigleisige Regionalliga zu verpassen. Die Mission vor 20 Jahren gelang.

Heute heißt der Trainer Rico Schmitt, er sitzt im Flieger vier Reihen hinter Uwe Dern. Seine Mission lautet Klassenerhalt. Noch einmal geht Uwe Dern durch die Reihen und bittet, die Gurte anzulegen. Eine halbe Stunde vor der Landung. Irgendwie kann es der Teamchef kaum erwarten, dass es zum ersten Training geht. Das ist unmittelbar nach dem Einchecken im Hotel vorgesehen. Ich gehe da erstmal zum Essen. So viel Zeit muss sein - auch bei der Mission Klassenerhalt.

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