Radiologen im Jenaer Nordgebiet brauchen mehr Platz

Imposant ist die Technik und hoch sind auch die Auf­lagen, um die Sicherheit zu gewährleisten. Denn es geht um Strahlung in der Radiologie, um Strahlen, die ein nützlicher ­Helfer für Ärzte sind bei der Diagnostik und immer mehr auch bei der Therapie.

Dr. Ralph Görtler (links) und Dr. Michael Herzau am Magnetresonanz-Tomographen in der Radiologie im Jenaer Nordgebiet. Beide hoffen auf eine baldige Erweiterung der Gemeinschaftspraxis.
Foto: Michael Groß

Dr. Ralph Görtler (links) und Dr. Michael Herzau am Magnetresonanz-Tomographen in der Radiologie im Jenaer Nordgebiet. Beide hoffen auf eine baldige Erweiterung der Gemeinschaftspraxis. Foto: Michael Groß

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Jena. So ist das auch in der Gemeinschaftspraxis für Radiologie und Nuklearmedizin in der Zeitzer Straße. Schon seit zehn Jahren kommen Patienten hierher, und das nicht nur aus dem gesamten Stadtgebiet Jenas, sondern sogar zu 60 Prozent aus anderen ­Teilen Thüringens und darüber hinaus. Die Praxis, die von Dr. Ralph Görtler im Jahr 2003 hier eröffnet wurde, ist seitdem kräftig gewachsen. Inzwischen praktizieren hier neben dem ­Radiologen Görtler auch noch weitere fünf Radiologen und Nuklearmediziner. Insgesamt arbeitet derzeit an dem Haus ein Team von 20 Mitarbeitern, das alle Hände voll zu tun hat. Denn so um die 100 Patienten sind es täglich, die sich hier einfinden.

"Wir stoßen aber zunehmend an unsere Kapazitätsgrenzen", sagt Ralph Görtler. Man versuche zwar durch Öffnungszeiten bis 20 Uhr und das gezielte ­Einräumen von kleinen Zeitfenstern auch für Notfälle flexibel zu bleiben und die Wartezeiten für die Patienten nicht lang werden zu lassen, doch letztlich brauche man mehr Räume, weil die Zahl der Patienten steige und neu anzuschaffende Technik - unter anderem Magnet­resonanz-Tomographie, Computer-Tomographie, Sonographie, Positronenemissions-Tomographie sowie Radioimmun- therapie - nunmal sehr groß und platzintensiv sei.

Deshalb wollen die Ärzte ihre Radiologie im Nordgebiet erweitern. Einen Teil der großen Freifläche zwischen dem Praxis­gebäude, der Camburger Straße und dem benachbarten neuen Studenten Wohnkomplex habe man, so Dr. Görtler und sein Praxiskollege Dr. Michael Herzau im OTZ-Gespräch, durch einen beauftragten Bauträger reservieren lassen. Möglichst bald sollten die Bauarbeiten beginnen, betonen die Mediziner und hoffen mit Fertigstellung spätestens im Jahr 2015. Zu den bisher vorhandenen 800 Quadratmetern Nutzfläche sollen in einem mit dem Haus verbundenen Neubau noch mal so um die 400 Quadratmeter dazukommen.

Der weiter steigende Zuspruch von Patienten erklärt sich für Görtler und Herzau vor allem aus den gestiegenen Möglichkeiten von Radiologie und Neuklearmedizin. Längst habe sich diese medizinische Fachrichtung aus der rein abbildenden Funktion herausentwickelt. Gerade die Nuklearmedizin ­berge neue Möglichkeiten zur Behandlung von Wirbelsäulen- und Gelenkproblemen. Sie würde dort ansetzen, wo herkömmliche Behandlungsmethoden ausgeschöpft seien und nicht mehr viel bringen. Dann werden beispielsweise bei Patienten unter Sichtkontrolle des Computer-Tomographen Medikamente direkt in die zu behandelnde Zone eingespritzt. Diese Arznei übernehme dann sozusagen von innen eine lokal sehr hoch wirkende Bestrahlung des Zielbereiches.

Solche Behandlungen sollten nach Ansicht der Radiologen und Nuklearmediziner eigentlich viel eher schon erfolgen und nicht erst, wenn der Schmerz kaum noch beherrschbar sei. Oft erhalten Patienten von ihren behandelnden Allgemein- und Fachärzten leider erst sehr spät Überweisungen in die Radiologie und die Nuklearmedizin. ­Dabei werden doch Diagnostik und Therapie von den Krankenkassen übernommen.

Freilich sehen die hier tätigen Ärzte die Honorierung ihrer Leistungen im Vergleich zu ihrem hohen technischen Aufwand - ein Magnetresonanz-Tomograph kostet gut eineinhalb Millionen Euro - als zu niedrig an. Doch das ist wohl wieder eine andere Geschichte.

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