Saale-Holzland: Neue Entscheidungen zur Starkstromtrasse stehen an

Jena/Apolda  Bundesnetzagentur lädt zum Erörterungstermin für westlichen Abschnitt der 380-kV-Trasse nach Apolda ein. Infomobil kommt im November.

Leben unter der Starkstromtrasse – für die Menschen in Schinditz bei Camburg wird sich da nicht viel ändern.

Leben unter der Starkstromtrasse – für die Menschen in Schinditz bei Camburg wird sich da nicht viel ändern.

Foto: Angelika Schimmel

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In Sachen Ausbau der Starkstromtrasse zwischen Geußnitz bei Zeitz und Bad Sulza hat die Bundesnetzagentur entschieden: Die 380-kV-Trasse soll im Wesentlichen in dem bereits bestehenden Leitungskorridor erweitert werden. Teilweise könnten auch die vorhandenen Masten weiter genutzt werden, sodass nur Leiterseile ausgetauscht werden müssten. „Zudem kommen stellen­weise Einebenen­masten in Betracht, um Auswirkungen auf Mensch und Umwelt möglichst gering zu halten“, heißt es in einer Pressemitteilung. Lediglich auf Höhe der Ortschaft Haynsburg verlässt der Trassenkorridor auf kurzer Strecke die Bestandsleitung, um die Ortslage Goßra südlich zu umgehen. Alternativrouten, die etwa im Raum Camburg vorgeschlagen worden waren, sind damit vom Tisch.

Im Rahmen des komplizierten Genehmigungsverfahrens für den Ausbau der Stromtrasse hatten Kommunen, Naturschutzverbände und Bürger verschiedene Gründe für eine Verlegung der Trasse angeführt. Auf dem Gebiet der Stadt Dornburg-Camburg etwa wollten sie die Beeinträchtigung für ein kleines Naturschutzgebiet verhindern und Auswirkungen auf die Gesundheit der in Trassennähe lebenden Menschen minimieren. Allein für den 42 Kilometer langen Abschnitt Mitte zwischen Zeitz und Bad Sulza waren bei der Bundesnetzagentur 92 Stellungnahmen abgegeben worden. Im Mai hatten etwa 20 Betroffene bei einem Erörterungstermin mit Bundesnetzagentur und Trassenbetreiber 50Hertz ihre Forderungen mit Argumenten untermauert. Danach war die Bundesnetzagentur in die Abwägung aller Einwände und Planungsvorschläge gegangen, an deren Ende am 30. September die Entscheidung über den Trassenkorridor gefällt wurde. Der exakte Trassenverlauf wird jetzt in einem Planfeststellungsverfahren bestimmt.

„In diesem Verfahren werden wir noch einmal mit unserem Infomobil in die Region kommen, um Anregungen der Bürger für konkrete Maßnahmen, etwa Maststandorte, aufzunehmen“, versicherte Marie Bartels, verantwortlich für die Öffentlichkeitsbeteiligung bei 50Hertz. Geplant für die Tour zwischen Weißer Elster, Saale und Ilm sei Mitte November. Über die genauen Standorte und Termine werde rechtzeitig informiert.

Schon vorher, am 30. Oktober, hat die Bundesnetzagentur einen Erörterungstermin für den Genehmigungsabschnitt von Bad Sulza bis zum Umspannwerk Vieselbach festgelegt. An diesem Tag können in der Stadthalle Apolda alle Personen und Institutionen ihre schriftlich eingereichten Stellungnahmen und Einwände mit der Behörde und dem Planungsteam von 50Hertz diskutieren. Der Erörterungstermin ist nicht öffentlich.

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