Schorba hat jetzt einen Defibrillator

Marcus Voigt
| Lesedauer: 2 Minuten
Annika Voigt, Michael Waldau und Denise Heeren (vorne von links) sowie Carsten Reuter und Melanie Lemser präsentieren den Defibrillator, der nun am Landgasthof Schorba hängt.

Annika Voigt, Michael Waldau und Denise Heeren (vorne von links) sowie Carsten Reuter und Melanie Lemser präsentieren den Defibrillator, der nun am Landgasthof Schorba hängt.

Foto: Marcus Voigt

Schorba.  Der Traditionsverein hat es möglich gemacht: Am Landgasthof in Schorba hängt jetzt ein Defibrillator, ein Stromstoßgerät bei Herzproblemen.

Ein Defibrillator hängt nun am Landgasthof in Schorba. Der Traditionsverein hat diesen dort am Mittwochnachmittag installiert. Zuvor hatten Denise Heeren, Melanie Lemser und Michael Waldau von Denis Legler vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) eine Einweisung bekommen, wie mit dem lebensrettenden Gerät umzugehen ist.

Der transportable Defibrillator in Schorba ist der insgesamt dritte, der in der Gemeinde Bucha zur Verfügung steht. Die beiden anderen befinden sich jeweils an der Feuerwehr in Bucha und Oßmaritz. „Wir hatten auch erst überlegt, den Defibrillator hier an die Feuerwehr zu hängen, uns dann aber für den Landgasthof entschieden, weil er der zentrale Punkt im Ort ist und man aus allen Richtungen schnell ran kommt“, sagte Michael Waldau, der Vorsitzende des Traditionsvereins.

Bucha als „Vorzeigegemeinde“

Dabei sei die Beschaffung von Defibrillatoren ein „teures Hobby“ und sollte eigentlich Landesaufgabe sein. 3000 Euro wurden investiert – 2000 Euro stammen aus Lottomitteln, 800 Euro aus der Kasse des Traditionsvereins. 200 Euro steuerte der Versicherungsfachmann Carsten Reuter bei.

Wie Michael Waldau erklärt, geht das 2019 gestartete Defibrillatoren-Projekt in der Gemeinde Bucha auf einen Herzrhythmus-Notfall in Oßmaritz zurück. Unterstützt wird die Gemeinde seitdem von der Jenaer Kardiologin Annika Voigt. „Die Rettungskette in den Dörfern ist teils lang, ein Defibrillator kann da Leben retten“, sagt sie.

Die Gemeinde Bucha sei mit ihrer Defibrillatoren-Ausstattung eine Art Vorzeigegemeinde, die Menschen dem Thema gegenüber sehr aufgeschlossen. Michael Waldau dankte in diesem Zusammenhang dafür, dass die Gemeinde einen Stromanschluss am Landgasthof gelegt hat, um den Defibrillator im Winter vorm Einfrieren schützen zu können.

Kein Ersatz für Wiederbelebung

Nun gelte es, für die Nutzung des Defibrillators im Notfall zu werben. „Den einzigen Fehler, den man machen kann, ist, ihn nicht zu benutzen“, sagte Denis Legler. Einzig die beiden Elektroden – eine oben rechts unters Schlüsselbein, eine unten links an die Flanke – müssten beim Patienten angebracht werden. Dann arbeite das Gerät von selbst.

Gleichwohl weist Legler daraufhin, dass der Defibrillator nicht die Wiederbelebungsmaßnahmen ersetzt, sondern diese nur ergänzt. Herzdruckmassage und Beatmung seien unverzichtbar, um die Überlebenschancen zu erhöhen, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Wie Michael Waldau sagt, sollen die Menschen aus Schorba nach Weihnachten zu einer Schulung im Umgang mit dem Defibrillator eingeladen werden.