Schulpause mit Hundeschnauze unter der Lobdeburg

Jena.  Schulhund Luna hilft an der Lobdeburgschule in Jena bei der Notfallbetreuung von Schülern.

An der Lobdeburgschule in Jena gibt es einen Schulhund: Luna. In der Notbetreuung während der Corona-Krise freuen sich Leonie und Lucca über die Möglichkeit, mit Luna auf der Wiese unter der Lobdeburg herumzutollen.

An der Lobdeburgschule in Jena gibt es einen Schulhund: Luna. In der Notbetreuung während der Corona-Krise freuen sich Leonie und Lucca über die Möglichkeit, mit Luna auf der Wiese unter der Lobdeburg herumzutollen.

Foto: Marion Schulz

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Das Schulgebäude ist fast leer, und das zu einer Zeit, zu der hier normalerweise mehr als 600 Schüler und Schülerinnen eifrig lernen. Aber nun sind auch die Türen der Lobdeburgschule geschlossen, um eine Verbreitung des Corona-Virus zu unterbinden.
Plötzlich schaut eine Hundeschnauze um die Ecke, und gleich darauf flitzt Luna, die zweijährige Australien-Shepherd-Hündin, über den Gang. Schwanzwedelnd begrüßt sie die Schulsekretärin und die Schulleitung, die mit der Bewältigung der aktuellen Notlage stark beschäftigt sind. Vieles ist noch zu klären. Doch ein Lächeln huscht allen übers Gesicht, und auch die Zeit für ein kurzes Streicheln muss sein.
Diese Erfahrung konnte das Schulhundteam in den letzten Monaten oft machen. Luna verbindet, baut Brücken, macht gute Laune auch dann, wenn es mal stressig wird. Nach einer neunmonatigen Ausbildung zum Therapiebegleithundteam – in diesem Fall kurz Schulhund genannt – sind nun fast alle notwendigen Hürden genommen: Der Vermieter KIJ, das Schulamt, das Gesundheitsamt und das Veterinäramt waren einverstanden, nun muss nur noch die Schulkonferenz zustimmen. Doch da sind die Chancen vielversprechend, denn Luna kommt bei Schülern, Eltern und Lehrern sehr gut an.

So hat zum Beispiel eine Gruppe des zehnten Jahrgangs in ihrer Projektarbeit „Stress im Jugendalter“ ein Kapitel der Stressprävention durch Schulhunde gewidmet. Die 10er kennen Luna am besten, denn hier wird sie hauptsächlich in der eigenen Lernzeit eingesetzt. Aber auch tiergestützte Projekte der Schulsozialarbeit finden großen Anklang, besonders bei den jüngeren Schülern. Weil das aus Hundeperspektive wirklich Schwerstarbeit ist, erlaubt der Tierschutz allerdings den Einsatz von Luna nur an zwei Wochentagen.

Eine Wiese ganz für sich allein

Damit verglichen, hat die Hündin zur Zeit einen sehr leichten Job: Sie unterstützt die Lehrer und Erzieher bei der Notbetreuung. Die Geschwister Leonie und Lucca, deren Mutter im Uniklinikum gebraucht wird, sind begeistert, dass sie jetzt Luxuszeit mit dem Tier haben und es nicht wie sonst mit 20 anderen Schülern teilen müssen. Nach Mathe-, Deutsch- und Englischaufgaben geht es für die drei hinauf zur Wiese unter der Lobdeburg.

Sport steht auf dem „Stundenplan“. Die Spielplätze der Umgebung sind gesperrt, aber die Wiese am Waldrand haben sie ganz für sich allein. Dort dürfen sie ausgiebig toben, kuscheln, spielen. Die Sonne scheint, der Blick hinab ins Tal ist wunderschön, und die Krankheitsgefahr scheint weit weg zu sein. So hat Luna ihren Job mal wieder gut gemacht: Ängste vergessen machen, Spaß verbreiten, Kuschelbedürfnisse erfüllen, beruhigen, ein Lächeln auf Gesichter zaubern.

Bedenken, dass auch Haustiere den Erreger übertragen können, hat die WHO im Übrigen ausgeräumt (https://www.instagram.com/who/?hl=de).

Wer mehr über das Schulhundkonzept wissen möchte, erfährt es auf der Internetseite der Lobdeburg-Schule: https://lobdeburgschule.weebly.com/schulhund-luna.html

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