Sie kamen von hier: Jena arbeitet NSU-Geschichte auf

Jena.  Stadt Jena, Uni und Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft initiieren Symposium

Kommt aus Jena: Beate Zschäpe

Kommt aus Jena: Beate Zschäpe

Foto: OTZ

Die Stadt Jena möchte im kommenden Jahr die Auseinandersetzung, Aufarbeitung und den Umgang mit rechtem Terror des sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU)“ intensivieren. Im Rahmen eines vielschichtigen Prozesses und über das Jahr verteilter Veranstaltungsreihen soll eine möglichst breite Einbindung der Jenaer Bevölkerung gelingen.

Zu diesem Anlass soll nicht nur ein öffentliches Symposium – initiiert von Stadt, Universität und Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft – veranstaltet werden, sondern das Symposium selbst soll von einer Vielzahl an Personen und Initiativen gestaltet und durchgeführt werden.

Ein erstes Netzwerktreffen soll bereits im Oktober stattfinden. Das Symposium (9. bis 12. Juni) mit dem Arbeitstitel „Sie kamen von hier“ beschäftigt sich mit der Zeit, in der das Kern-Trio des NSU-Komplexes in Jena aufwuchs und sich radikalisierte. Hier lernten Böhnhardt, Mundlos, Zschäpe und ihr Netzwerk den Rassismus, hier wurden sie Teil einer neonazistischen Jugendsubkultur, begingen erste Straftaten, verbreiteten Antisemitismus, verfolgten und verletzten Andersdenkende und Migranten, platzierten eine Bombenattrappe vor dem Theaterhaus und begaben sich auf ihre mörderischen Streifzüge durch Deutschland.

Es ist das Ziel der Stadt Jena, 20 Jahre nach dem mörderischsten Jahr des NSU und 10 Jahre nach seinem öffentlichen Bekanntwerden die historischen Wurzeln und die stadtgesellschaftliche sowie politische Verantwortung in Jena in der Zeit zu untersuchen und zu einer neuen städtischen Gedenkkultur, einer wachsenden Sensibilität gegenüber den Betroffenen von Ausgrenzung, Hass und Gewalt sowie weiterführenden Formen des Engagements gegen Rassismus und Rechtsradikalisierung zu gelangen.

Wer sich aktiv – mit einem Projekt oder einer Veranstaltung – in das Symposium einbringen und an diesem Netzwerktreffen im Oktober teilnehmen möchte, schickt per Mail eine Nachricht an jenakultur@jena.de

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