So steht es finanziell um den FC Carl Zeiss Jena

Jena.  Der Fußball-Drittligist stellt zur Mitgliederversammlung die Bilanz vor: Was Transfers gebracht haben und wie Investor Roland Duchatelet dem FC Carl Zeiss Jena hilft.

Chris Förster ist Geschäftsführer der Spielbetriebsgesellschaft des FC Carl Zeiss Jena.

Chris Förster ist Geschäftsführer der Spielbetriebsgesellschaft des FC Carl Zeiss Jena.

Foto: Tino Zippel

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Auf der Mitgliederversammlung des FC Carl Zeiss Jena stellt Geschäftsführer Chris Förster am Sonnabend die Finanzlage der Spielbetriebsgesellschaft vor. Unserer Zeitung hat er vorab Einblick ins Zahlenwerk gewährt.

Demnach schloss die Spielbetriebsgesellschaft die vorige Saison mit einem Plus von 111.000 Euro ab. Allerdings gelingt dies nur durch einen Forderungsverzicht von Hauptgesellschafter Staprix (Roland Duchatelet) in Höhe von 1,5 Millionen Euro. Zum Bilanzstichtag hatte der Drittligist vergleichsweise geringe Schulden von 380.000 Euro beim Investor.

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Der operative Fehlbetrag fiel um 250.000 Euro geringer aus als in der vorangegangenen Spielzeit. Das gelang vor allem durch Transfererlöse. Die Wechsel von Timmy Thiele (Kaiserslautern), Florian Dietz (Bremen) und Robin Krauße (Nachschlag für Transfer von Paderborn zum FC Ingolstadt) brachten in Summe 550.000 Euro ein.

„Transfererlöse werden auch in Zukunft ein Ansatzpunkt sein, um das strukturelle Defizit von 1,5 Millionen Euro pro Spielzeit auszugleichen“, sagt Förster. Das sei der Hintergrund der Philosophie gewesen, vor dieser Saison vor allem entwicklungsfähige Spieler zu holen. „Un­ser Fehler war, dass wir den Kader nicht mit zwei, drei Spielern, die voll im Saft standen, verstärkt haben“, räumt der Geschäftsführer ein.

Die Transferbilanz wird aufgrund der Investitionen vor der Saison diesmal wohl negativ ausfallen. Die sportliche Lage als Tabellenletzter macht es erforderlich, den Kader aufzubessern. „Wir werden nur jemand holen, wenn er uns verstärkt und nicht nur ergänzt“, sagt Förster. Derzeit prüfe der Verein verschiedene Spielerprofile. Wie unsere Zeitung erfuhr, soll Stürmer Mathias Fetsch (Hallescher FC) nicht mehr oben auf der Wunschliste stehen.

In Summe rechnet Förster mit einem um 100.000 Euro höheren Spieleretat in dieser Saison, nachdem dieser in der vorigen Spielzeit um 350.000 Euro gestiegen war. „Damit gehören wir noch immer dem unteren Drittel der Liga an.“ Er beobachtet ein Wettrüsten der Vereine, um den Aufstieg in die zweite Liga zu schaffen. Dort verzehnfachen sich die Fernsehgelder.

Ziel ist, mittelfristig die operativen Verluste zu minimieren. Bessere Vermarktungsmöglichkeiten und mehr Zuschauer verspricht sich Förster durchs neue Stadion. Die Rückkehr der Vermarktung in eigene Hand soll weitere Sponsoren­einnahmen erschließen. Vorige Spielzeit erlöste der FCC knapp zwei Millionen Euro, 500.000 Euro mehr als zuvor. Diese Saison sei eine weitere Steigerung zu erwarten. „Wir befinden uns in einem Prozess, uns wieder in der Region zu etablieren“, sagt Förster.

Die Zuschauereinnahmen liegen über dem Plan. Förster hofft, dass der Klub durch eine spannende Rückrunde den Schnitt hält.

Kandidaten für den Aufsichtsrat

  • Die Mitgliederversammlung wählt am Sonnabend einen neuen Aufsichtsrat für den FC Carl Zeiss Jena e.V.
  • Erneut stellen sich zur Wahl: Aufsichtsratschef Mario Voigt (CDU-Landtagsabgeordneter), Tobias Knuschke (Supporters Club) und Rico Tietze (Veranstalter SMS-Festival)
  • Neue Kandidaten: Petra Rottschalk (Kulturamtsleiterin Rudolstadt), Andreas Buttler (GOT – Gesellschaft für Oberflächentechnik), Christian Otto Grötsch (Dotsource Jena), Ralf Hanemann (Bildungswerk BAU Hessen-Thüringen), Michael Russ (Justiziar Landesentwicklungsgesellschaft) und Stefan Treitl (FCC-Nachwuchsleistungszentrum)

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