Sonne, Familie und 90 Aussteller: Tausende Besucher im Paradies

Jördis Bachmann
| Lesedauer: 5 Minuten
Die neunjährige Fabienne versuchte sich am Stand des Blasmusikvereins Carl Zeiss Jena an der Trompete und schaffte schon recht ordentlich Töne.

Die neunjährige Fabienne versuchte sich am Stand des Blasmusikvereins Carl Zeiss Jena an der Trompete und schaffte schon recht ordentlich Töne.

Foto: Jördis Bachmann

Jena.  Die Veranstaltung „Dein Tag im Paradies“ ist so erfolgreich, weil sie so vielfältig ist. Ganz Jena trifft sich an diesem Tag auf der Rasenmühleninsel.

Tausende Besucher kamen am Samstag zum Kinder- und Familienfest „Dein Tag im Paradies“, das mit dem Umwelttag verbunden war. An mehr als 90 Ständen konnte man sich sportlich betätigen, basteln, spielen, ausprobieren und in einem bunten Bühnenprogramm präsentierten sich verschiedene Tanz-, Kampfsport- und Musikvereine, die um Mitglieder warben und zeigen wollten, was ihre Mitglieder können.

Veranstaltet wird der „Tag im Paradies“ von Jenakultur, dem Jenaer Bündnis für Familie, den Stadtwerken Energie Jena-Pößneck, der Barmer und dem Dezernat für Stadtentwicklung und Umwelt. In den vergangenen zwei Jahren musste die Veranstaltung pandemiebedingt ausfallen. Beim letzten „Tag im Paradies“ waren im Jahr 2019 zwischen 8.000 und 10.000 Besucher gekommen, sagt Anna Fuhlbrügge von Jenakultur.

Normalerweise werde bei der Veranstaltung auch der Jenaer Kinder- und Jugend-Umweltpreis verliehen, sagt Bürgermeister Christian Gerlitz, der die Veranstaltung auf der Bühne an der Südseite der Rasenmühleninsel mit eröffnete. In diesem Jahr laufe die Bewerbungsfrist für den Preis allerdings noch bis zum 20. Juni. Gemeinsam mit den Stadtwerken Energie Jena-Pößneck lobt die Stadt Jena mittlerweile zum fünften Mal den Preis aus, der diesmal unter dem Motto steht: „Wer hat den Braunen Bären gesehen?“.

Gedanke der Nachhaltigkeit breitete sich im Paradies aus

Man müsse sich jedoch beim nächsten Spaziergang im Jenaer Forst keine Sorgen machen, der „Braune Bär“ sei ungefährlich: Er ist mit acht Zentimetern Flügelspannweite einer der größten einheimischen Nachtfalter. Heute scheint der schön gezeichnete Falter dem Aussterben entgegenzuflattern. Er steht deshalb symbolisch für das Insektensterben. Und so sollen sich diesmal die Projekte des Kinder- und Jugendumweltpreises thematisch mit dem Insektenschutz beschäftigen.

Der Stadtforst, der Imkerverein Jena, der Arbeitskreis Heimische Orchideen oder der Foodsharing-Verein: Insgesamt 27 Stände gab es beim „Tag im Paradies“, die sich direkt mit Nachhaltigkeit und Umweltschutz in Jena beschäftigten. Und auch an den anderen Ständen spielte Nachhaltigkeit und Artenvielfalt eigentlich immer eine Rolle. So konnten die Besucher zum Beispiel am Stand der Heimstätten Genossenschaft Jena ordentlich rummatschen und eigene kleine Samenbomben herstellen, die in Zukunft zu vielen neuen Blüten im Paradies und in Jenas Gärten führen könnten.

Auch den sogenannten „Spacetrainer“, in dem man seine Runden drehen konnte und der sich größter Beliebtheit erfreute, hatte die Heimstätten Genossenschaft eigens für das Familienfest organisiert. Eines der Highlights des Festes ist stets auch der Heißluftballon des Ballonsportclubs Jena e.V. Er wird mit einem Ventilator aufgeblasen und kann begangen werden.

Radwanderung der Barmer und der Sparkasse nach 30 Jahren neu konzipiert

Nicole Kappitz von der Sparkasse Jena-Saale-Holzland und Maria Alletsee, Regionalgeschäftsführerin der Barmer konnten viele Gäste auf dem gemeinsamen Familien-Sport-Parcours begrüßen. Hier wurde gemeinsam mit dem Ronald-Mc-Donald-Haus die sportlichste Familie Jenas gesucht. Ganz so ernst war das jedoch nicht gemeint – Mitmachen war hier alles. Wer an den einzelnen Stationen, die Slackline passierte, Bälle in den Basketballkorb traf, Federbälle übers Netz schlug, Reaktionsgeschwindigkeit bei einem Lichtspiel zeigte, der hatte gute Chancen, VIP-Karten für ein Basketball-Spiel von Science-City Jena oder für ein Handballspiel des HBV Jena 90 zu ergattern.

Barmer, Sparkasse und Ronald-Mc-Donald-Haus hatten den Tag mit der „Maikäfertour“ begonnen, eine Radtour für Familien, die von Lobeda bis auf die Rasenmühleninsel führte. Seit nunmehr 30 Jahren richtet die Krankenkasse gemeinsam mit der Sparkasse Jena-Saale-Holzland eine Radtour aus. 2019 fuhren 147 Teilnehmern von Lobeda bis Wolfersdorf – über 37 Kilometer. „Wir sind jetzt dabei, die Tour konzeptionell neu zu planen“, sagt Maria Alletsee, Regionalgeschäftsführerin der Barmer. Die Tour soll, laut Alletsee, zukünftig mehr an den Interessen von jungen Familien ausgerichtet werden.

Besonders viel Freude hatten die jüngsten Gäste auch in der mobilen Musikwerkstatt des Blasmusikvereins Carl Zeiss Jena. Ulrich Richter als Urgestein des Blasmusikvereins war vor Ort und gab eine Einführung in die Funktionsweise der außergewöhnlichen Instrumente. Im rollenden Klanglabor konnte man sich ausprobieren und besondere Töne erzeugen - egal ob Windmaschine oder Gummistiefelorgel.


Bewerbung: Kinder- und Jugendumweltpreis

Mit einer Aktion zum Thema Insekten oder mit angestellten Beobachtungen kann man sich noch bis zum 20. Juni um den Kinder- und Jugend-Umweltpreis bewerben. Die Bewerbung erfolgt formlos mit einer Darstellung des Projek­tes. Nötig sind eine kurze Projektbeschreibung, die Anzahl der Beteiligten, Alter der Kinder oder die Klassenstufe, die vollständige Anschrift des Bewerbers sowie mindestens ein Ansprechpartner für Rückfragen.

Bewerbung per E-Mail an: umweltschutz@jena.de oder schriftlich an die Stadtverwaltung Jena, Fachdienst Umweltschutz, Am Anger 26, 07743 Jena

Teilnehmen können alle Jenaer Kinder und Jugendlichen in Kindergärten, Schulen oder Vereinen. Es können sowohl Einzelarbeiten als auch Gruppenarbeiten eingereicht werden.

Der Jenaer Kinder- und Jugend-Umweltpreis umfasst eine Gesamtsumme von 2.500 Euro und kann auf mehrere Preisträger aufgeteilt werden. Gestiftet wird der Preis von der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH und der Stadt Jena.

Die Mitarbeiter vom Fachdienst Umweltschutz unterstützen gern beim Projekt.