Stadtwerke Jena: Wöckel und Schenker kritisieren den OB

Jena.  Die beiden Kommunalpolitiker können die Trennung von den Geschäftsführern nicht nachvollziehen.

Reinhard Wöckel.

Reinhard Wöckel.

Foto: Anna Schroll

Die Kritik an der Art und Weise, wie sich die Stadt von den Geschäftsführern der Stadtwerke trennt, reißt nicht ab. Mit Reinhard Wöckel (Linke) und Frank Schenker (Bündnisgrüne) melden sich jetzt zwei erfahrene Kommunalpolitiker zu Wort.

„So etwas habe ich in meinen 30 Jahren als Stadtrat noch nicht erlaubt“, sagt Wöckel. Er kritisiert nicht allein den Vorgang, sondern auch die fehlende Information des Stadtrates durch den OB. Diese Möglichkeit hätte er im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung gehabt. Wöckel räumt ein, dass es ein Fehler gewesen sei, während der Sitzung nicht nachgehakt zu haben. Der Stadtrat nahm am 11. November den Jahresabschluss der Stadtwerke zur Kenntnis.

Mit Befremden reagiert Frank Schenker, der zwölf Jahre Mitglied des Aufsichtsrates der Stadtwerke Jena, stellvertretender Vorsitzender und Mitglied des Personalausschusses war. „Es ist mir völlig unverständlich, warum bei einem über Jahre so erfolgreichen Wirtschaftsunternehmen die Führung ausgewechselt werden muss. In der Presse war von einer strategischen Strukturveränderung die Rede. Wobei ganz und gar unklar bleibt, wie eine veränderte Struktur konkret aussehen soll und welche Verbesserungen für das Unternehmen und vor allem für die Stadt angestrebt werden“, sagt er.

Insgesamt stelle er sich die Frage, ob nicht für eine Entscheidung eine externe Beratung notwendig sei, damit die Leistungsfähigkeit der Stadtwerke erhalten bleibe.

Die bisherige Vorgehensweise des Oberbürgermeisters und Bürgermeisters nimmt Schenker, der viele Jahre lang Bürgermeister war, als hastig und wenig bis gar nicht nachvollziehbar wahr. Am vergangenen Mittwoch informierte das Rathaus darüber, dass es zu der Neuausrichtung unterschiedliche Auffassungen gebe und die Geschäftsführer Thomas Zaremba und Thomas Dirkes das Unternehmen im Verlauf des Jahres verlassen würden.