Tanzen in Jena gegen Gewalt an Frauen und Queers

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Jena.  Auf dem Jenaer Marktplatz wurde am Sonntag die Aktion „One Billion Rising“ veranstaltet

Die Aktion "One Billion Rising" findet jährlich am 14. Februar statt. Mit ihr soll auf die Gewalt gegen Frauen, Mädchen und Queers aufmerksam gemacht werden. Auf dem Jenaer Markplatz tanzten etwa 50 Menschen mit Abstand und Mund-Nasen-Schutz zum Lied "Break the Chain", um Solidarität mit von Gewalt betroffenen Mädchen, Frauen und Queers zu zeigen. 

Die Aktion "One Billion Rising" findet jährlich am 14. Februar statt. Mit ihr soll auf die Gewalt gegen Frauen, Mädchen und Queers aufmerksam gemacht werden. Auf dem Jenaer Markplatz tanzten etwa 50 Menschen mit Abstand und Mund-Nasen-Schutz zum Lied "Break the Chain", um Solidarität mit von Gewalt betroffenen Mädchen, Frauen und Queers zu zeigen. 

Foto: Jördis Bachmann

Umsonst war es nicht, dass der Jenaer Marktplatz von Schnee und Eis beräumt wurde. So konnte dort getanzt werden. Die One-Billion-Rising-Aktion gegen Gewalt an Frauen, Mädchen und Queers wurde am Sonntag veranstaltet. Für diese weltweite Aktion wird jährlich der 14. Februar als Valentinstag genutzt. Der Titel der Aktion ergibt sich aus der Tatsache, dass weltweit jede dritte Frau oder queere Person im Laufe ihres Lebens Gewalt erfährt. Bei einer Weltbevölkerung von rund sieben Milliarden ergibt dies mehr als eine Milliarde (one billion) Opfer.

„Wir haben erst spät entschieden, dass wir die Aktion trotz des Lockdowns durchführen“, sagt Beatrice Ostrowski vom Frauenzentrum Towanda. Als Betroffene und Beraterin, die immer wieder mit Betroffenen zu tun habe, sei es für sie nur schwer zu ertragen, dass seit der ersten One-Billion-Rising-Aktion im Jahr 2013 die Gewalt an Frauen, Mädchen und Queers nicht abgenommen habe, sagt Beatrice Ostrowski vor etwa 50 versammelten Teilnehmern auf dem Marktplatz.

In Redebeiträgen wurde angemahnt, weltweit endlich wirksame Maßnahmen zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen, Mädchen und Queers durchzusetzen. Zentrale Forderung der Kundgebung in Jena war das Ende patriarchaler Gewalt und Solidarität mit allen Mädchen, Queers und Frauen, die Gewalt erfahren haben.

Ebenfalls vor Ort war die Landtagsabgeordnete Gudrun Lukin (Die Linke), die in ihrer ehrenamtlichen Funktion als Vorstand im Jenaer Frauenhaus Verein auftrat. Alle drei Tage werde in Deutschland eine Frau ermordet und mehr als einmal pro Stunde erfahre eine Frau in Deutschland Gewalt, sagte Lukin. Gerade in der Pandemie hätten Frauen kaum Möglichkeiten, der häuslichen Gewalt zu entkommen. In Brandenburg habe es eine Zunahme der häuslichen Gewalt um 22 Prozent gegeben. Für Thüringen müssten noch Zahlen erhoben werden. „Doch die Dunkelziffer ist hier enorm hoch“, sagt Lukin. Sie wünschte sich noch mehr Unterstützung von Bund und Land, denn die Aufgabe sei eine gesellschaftliche, die über die Kommune hinausreiche.

Das Towanda hatte im Namen der Landesarbeitsgemeinschaft der Thüringer Frauenzentren und gemeinsam mit dem Jenaer Frauen-Streik-Bündnis, Refugio, dem Verein Iberoamérica und dem Jenaer Frauenhaus zur One-Billion-Rising-Kundgebung mit Mund-Nase-Schutz und Abstand auf dem Jenaer Marktplatz aufgerufen.