Thalbürgel: Besonderer Blick auf die Musikgeschichte

Hans Lehmann
Die Klosterkirche Thalbürgel.

Die Klosterkirche Thalbürgel.

Foto: Angelika Munteanu / Archiv

Thalbürgel.  Das „Trio Incandanto“ setzte bei einem Konzert Zeichen.

Mit diesem Kammermusik-Programm in Thalbürgels Klosterkirche unter dem Motto „Dreiklänge der Natur – von Nachtigallen, Nymphen und rauschenden Quellen“ wusste das „Trio Incandanto“ mit Blick auf die Musikgeschichte Zeichen des Nachdenkens zu setzen.

Denn wie Christine Nitsche (Harfe), Pia Scheibe (Flöte) und Daniela Döhler-Schottstädt (Viola) zu agieren wussten, dabei ihrem Titel „Incantando“ (bezaubernd) gerecht werdend, einfach fantastisch!

Mit der Orgeltriosonate Nr. 5 (BWV 529) beginnend, vom Thomaskantor seinem Sohn Wilhelm Friedemann gewidmet, Spiegelbild der damals barocken Gattung in virtuoser Vollkommenheit. Die „Syrings“ für Flöte solo von Claude Debussy öffnete räumliche Weiten, ehe die Harfe in den Blickpunkt rückte mit „La Source“ (Die Quelle) aus der Feder von Albert Zabel, Soloharfenist am Ballett des kaiserlichen Hofes St. Petersburg, kraftvoll und virtuos sprudelnd. Ein Hauch von Spätromantik wusste das Trio mit den „Szenen des Waldes“ von Mélanie Hélène Bonis zu verbreiten. Sie war 1905 Preisträgerin des Verbandes der Komponisten.

Meisterliche Interpretationen

Was sich an dieser Stelle alles so sachlich berichtet ausnimmt, von Stück zu Stück stieg die Spannung bei den Besuchern, wobei die Interpretinnen von Anfang an im Detail mit Informationen sorgten. Dann auch bei „die verliebte Nachtigall“ von Francois Couperin, dem „Herbstabend“ (Viola und Harfe) von Louis van Waefelghem, dem berühmten „Reigen seliger Geister“ von Gluck sowie der fünfsätzigen „Petite Suite“ von André Jolivet.

Man war fasziniert von so mancher Neuentdeckung und den unverwechselbar meisterlichen Interpretationen solistisch und im Zusammenwirken. Langer Beifall und mit der Zugabe von Debussys „Clair de lune“ bedankt, wobei der Vollmond erst in einer Woche am Himmel steht.