Theater in Cospeda: Mit den Schachtschabels zur Einheit

Jena-Cospeda.  Neue Theater-Abende auf der Cospedaer Scheunenbühne. Nur noch die Hälfte Besucherplätze

Szene aus dem neuen Stück der Scheunenbühne Cospeda "Wir sind die Schachtschabels"

Szene aus dem neuen Stück der Scheunenbühne Cospeda "Wir sind die Schachtschabels"

Foto: Verein

Sie haben es geschafft: Trotz Corona ist es den Hobby-Schauspielern aus Cospeda wieder gelungen, ein eigenes Theaterstück auf die Beine zu stellen. Und das hat bereits heute Premiere, ist allerdings auch schon ausverkauft, ebenso wie die Vorstellung am Samstag. Doch keine Angst, es wird weitere Abende geben, an denen das Ensemble der Scheunenbühne zu seinem neuen Stück einladen wird.

Doch was haben sich die Cospedaer diesmal einfallen lassen, nachdem sie im Vorjahr erfolgreich eine Räuberpistole aus dem Mühltal auf die Bühne gebracht hatten? Regisseurin Iris König, die seit neun Jahren schon gemeinsam mit theaterbegeisterten Bürgerinnen und Bürgern aus Cospeda Stücke entwickelt hat, will diesmal das Publikum in die jüngere Vergangenheit entführen. Dem Jubiläumsjahr verpflichtend, geht es 30 Jahre rückwärts in die Nachwendezeit, als Deutsche aus Ost und West mit all den Anfangswehen versuchten, die Einheit zu vollziehen.

Dafür haben die Cospedaer die bereits aus einer früheren Inszenierung bekannte Cospedaer Familie Schachtschabel zu neuem Leben erweckt.

„Wir sind die Schachtschabels“ heißt die Inszenierung, deren Inhalt uns zunächst in eine traurige Ausgangssituation versetzt: Opa Schachtschabel ist gestorben, und die gesamte Familie versammelt sich. Da bleibt es nicht konflikt- und humorfrei, und so manche Überraschung wird versprochen.

Mehr aber will Iris König noch nicht verraten. Man habe jedenfalls viele Erfahrungen in das Stück einfließen lassen, beigetragen von allen Darstellern, die sowohl Ost- als auch Westerfahrungen aus jener Zeit mitbringen. Und jüngere Mitwirkende haben das eingebracht, wie es ihnen in ihren Familien vermittelt worden sei. Auf jeden Fall dürfte ein vielfarbiges Bild von der deutschen Einheit erstehen.

Einfach war der Weg hin zu den diesjährigen Aufführungen nicht, die im Vergleich zu den vorherigen Jahren relativ spät gezeigt werden. „Bis vor wenigen Tagen hatten wir noch nicht so recht daran geglaubt, doch nun können wir wirklich starten", sagt Iris König. Und sie erzählt von der langen Corona-Pause. Erst spät habe man Einzelproben und später auch gemeinsame Proben machen können. Für die Scheunenbühne gelten nun laut bestätigtem Hygiene-Konzept strenge Regeln. So sei die Platzkapazität halbiert worden. Und es müssen alle, die Tickets erwerben, ihre Adresse und Telefonnummer angeben. Es erfolgen auch genaue Platzzuweisungen. Und wer sich auf ein Kissen setzen möchte, der muss es selber mitbringen.

„Wir sind die Schachtschabels", heute, 16. Oktober, Premiere, morgen sowie am 4., 5., 6., 10., 13., 14., 19. und 20. November, jeweils 19.30 Uhr. Bestellungen über E-Mail: scheunenbuehne@gmx.de oder Telefon 03641/235989