Themenwoche zur seelischen Gesundheit in Jena

Jena  Vom 21. bis 27. Oktober widmet sich eine Themenwoche der seelischen Gesundheit.

Die Theatergruppe der Ernst-Abbe-Hochschule Jena nähert sich in ihrer Vorstellung „Würdevoll (gerne) leben?!“ gemeinsam mit dem Publikum den Themen Würde und seelische Gesundheit an.

Die Theatergruppe der Ernst-Abbe-Hochschule Jena nähert sich in ihrer Vorstellung „Würdevoll (gerne) leben?!“ gemeinsam mit dem Publikum den Themen Würde und seelische Gesundheit an.

Foto: Theatergruppe der Ernst-Abbe-Hochschule Jena

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Knapp 18 Millionen Menschen in Deutschland leiden an psychischen Erkrankungen. Betroffenen fällt es häufig schwer, offen über ihre Probleme zu sprechen. Noch immer sind Vorurteile in der Gesellschaft fest verankert. In Anlehnung an den heutigen Welttag der seelischen Gesundheit findet in Jena vom 21. bis 27. Oktober eine Themenwoche rund um den gesellschaftlichen Umgang mit psychischen Erkrankungen statt.

„Wir wollen das öffentliche Verständnis fördern und die Beratungsangebote und Ansprechpartner in Jena vorstellen“, sagt Katharina Fuchs, Sozialarbeiterin im ambulant betreuten Wohnen der Diakonie Jena.

Das diesjährige Motto „Volle Würde“ bezieht sich auf den 70. Jahrestag des deutschen Grundgesetzes. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ heißt es gleich im ersten Satz. Was dieser Grundsatz für Personen mit beeinträchtigter seelischer Gesundheit bedeutet, sei die zentrale Frage der Aktionswoche, erklärt Fuchs: „Was ist ein würdevoller Umgang mit seelischen Krisen und wie sieht ein würdevolles Leben für psychisch Kranke aus?“

In zahlreichen Infoveranstaltungen, Ausstellungen, Kino- und Theatervorführungen rund um psychische Erkrankungen spielt auch der Umgang mit dem Tod eine Rolle: „Verlust und Trauer sind noch immer gesellschaftliche Tabus, obwohl sie uns alle irgendwann betreffen. Und auch Trauer kann krank machen, wenn man sich ihr nicht stellt“, sagt Fuchs. Mit Vorträgen und Diskussionsrunden soll Themen wie Vorsorgevollmacht oder Trauerarbeit eine Plattform geboten werden.

Auch der Umgang der Gesellschaft mit der digitalen Welt wird besprochen: „Das Internet bietet Chancen, aber auch Risiken. Die Hemmschwellen sind oft sehr gering. Das kann zu Problemen führen, wie zum Beispiel Mobbing und dessen negative Folgen“, erklärt Arlett Findeis-Nowak.

Die Sozialarbeiterin in der psychosozialen Beratungsstelle der Diakonie Jena sieht aber auch positive Aspekte der Digitalisierung des Alltags: „Für Hilfesuchende gibt es tolle Plattformen, auf denen sie sich austauschen können und Unterstützung finden. Alles hat zwei Seiten, so auch das Internet. Wie bei allen Dingen ist ein gesunder Umgang wichtig.“

Die Woche der seelischen Gesundheit findet bereits zum elften Mal in Jena statt und sei in den vergangenen Jahren auf sehr gute Resonanz gestoßen, berichtet Findeis-Nowak: „Nach jeder Aktionswoche erfahren die Beratungsstellen mehr Zulauf, da viele Menschen neue Perspektiven finden.“ Generell sei die Gesellschaft offener für das Thema psychische Erkrankungen geworden: „Das hilft Betroffenen, sich ihre Probleme einzugestehen und Unterstützung zu suchen.“

In diesem Zusammenhang sei auch die Einbindung des sozialen Umfeldes erkrankter Personen ein wichtiger Teil der Beratungsarbeit: „Familienangehörige und Freunde, aber auch Arbeitskollegen sollen sich nicht ausgeschlossen fühlen, denn sie sind genauso betroffen. Deshalb möchten wir mit der Themenwoche alle ansprechen“, so Findeis-Nowak.

Für die Sozialarbeiterinnen ist ihr Beruf Herzensangelegenheit. Gemeinsam mit ihren Kollegen möchten Findeis-Nowak und Fuchs Personen in schwierigen Lebenslagen zeigen, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind: „Wir möchten die Menschen auf ihrem Weg begleiten, sie unterstützen und zeigen, dass das Leben trotz Krisen weitergeht.“

Weitere Informationen unter www.aktionswoche.seelischegesundheit.net

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